Tele2 Aktie: Cashflow-Rekord, Kernergebnis knapp verfehlt
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 09:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deTele2 liefert im dritten Quartal ein gemischtes Bild. Der freie Cashflow erreicht einen Höchststand, das operative Kernergebnis liegt dagegen minimal unter den Erwartungen. Der Konzern passt daraufhin seine Jahresziele an.
Cashflow trägt die Zahlen
Der Equity Free Cashflow stieg auf 2,3 Milliarden schwedische Kronen, nach 1,8 Milliarden im Vorjahresquartal. Über die vergangenen zwölf Monate kommen 6,7 Milliarden Kronen zusammen, das sind 9,69 Kronen je Aktie. Das ist ein Rekordwert.
Der Nettogewinn legte auf 1,41 Milliarden Kronen zu, der Gewinn je Aktie auf 2,03 Kronen (Vorjahr: 1,86). Der Umsatz wuchs organisch um 2 Prozent auf 7,6 Milliarden Kronen und traf damit die Erwartungen leicht übertreffend. Auch die Erlöse mit Endkunden-Services, die ohne Hardwareverkäufe gerechnet werden, zogen um 2 Prozent an, und zwar in allen Märkten.
Beim bereinigten EBITDAaL fiel das Bild etwas schwächer aus. Es lag mit 3,15 Milliarden Kronen unter der Konsensschätzung von 3,19 Milliarden. Organisch ergibt sich ein Plus von 3 Prozent, berichtet blieb es wegen der Baltic-Tower-Transaktion stabil.
Weniger Investitionen, engere Prognose
Die Investitionen fielen deutlich niedriger aus als erwartet. Sie sanken auf 583 Millionen Kronen, Analysten hatten mit 772 Millionen gerechnet. Tele2 verweist auf einen langsameren 5G-Ausbau in Schweden, weniger Personal und verzögerte Hardwarelieferungen.
Entsprechend justiert das Management die Ziele für 2026. Das bereinigte EBITDAaL soll organisch um 4 bis 5 Prozent wachsen, bisher lautete die Spanne niedrig bis mittleres einstelliges Wachstum. Die Investitionsquote sinkt auf unter 10 Prozent des Umsatzes, zuvor waren es 10 bis 11 Prozent. Beim Endkundenumsatz bleibt es bei einem niedrigen einstelligen Wachstum.
Konzernchef Nicholas Högberg betont die Kostendisziplin. Sie habe es erlaubt, weiter zu wachsen und zugleich die Belastungen durch geopolitische Entwicklungen aufzufangen.
Schwächen im Festnetz
Nicht überall läuft es rund. In Schweden wuchs der Endkundenumsatz nur um 1 Prozent. Das Geschäftskundensegment legte um 5 Prozent zu, das Privatkundengeschäft stagnierte. Im Festnetz-Breitband der Privatkunden sanken die Erlöse um 3 Prozent, netto gingen 6.000 Anschlüsse verloren.
Tele2 nennt hierfür Preisdruck und die Verlagerung zu mobilem Breitband. Im Baltikum stiegen die Erlöse in lokaler Währung um 6 Prozent, getragen von Preisanpassungen und Zusatzverkäufen.
Die Bilanz profitiert vom Verkauf der Baltic-Türme. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung fiel auf 17,5 Milliarden Kronen, Ende 2025 waren es noch 24,3 Milliarden. Zudem sicherte sich das Netz von Tele2 einen Platz im neuen schwedischen Notfallkommunikationsnetz SWEN, mit der höchsten Qualitätsbewertung.
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