TAT Aktie: Rekordquartal treibt Kurs
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Quartalsbericht, der hält, was der Titel verspricht: TAT Technologies meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 22,8 Prozent auf 52,9 Millionen Dollar. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von rund 14 Prozent — ein Ausschlag, der bei einem Nebenwert aus der Luftfahrt-Zulieferindustrie selten vorkommt.
Der israelische Hersteller von Flugzeugkomponenten und MRO-Dienstleister (Wartung, Reparatur, Überholung) profitierte davon, dass sich Lieferkettenprobleme aus dem ersten Quartal auflösten. Aufgestaute Aufträge, vor allem bei Triebwerken, die auf Ersatzteile warteten, wurden im zweiten Quartal nachgeholt. Das trieb nicht nur den Umsatz, sondern auch die Marge: Der Nettogewinn kletterte auf 8,1 Millionen Dollar beziehungsweise 0,61 Dollar je Aktie, nach 3,4 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.
Ein Teil dieses Sprungs stammt allerdings aus einem Einmaleffekt. Der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung brachte einen Sondergewinn von 4,3 Millionen Dollar nach Steuern. Bereinigt um diesen Effekt läge der Gewinn bei 4,66 Millionen Dollar — ein Plus von 35,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber deutlich moderater als die Schlagzeilenzahl.
Honeywell-Deal als strategischer Hebel
Der eigentliche Treiber der Story liegt im APU-Geschäft (Auxiliary Power Unit), das im Quartal um 51,8 Prozent auf 17,4 Millionen Dollar wuchs und mittlerweile ein Drittel des Konzernumsatzes ausmacht. TAT ist jetzt alleiniger autorisierter Vertriebspartner von Honeywell Aerospace für Ersatzteile der APU-Plattform 331-200, die MRO-Lizenz wurde bis 2036 verlängert. CEO Igal Zamir sprach von langfristiger Sichtbarkeit für profitables Wachstum.
Das adressierbare Marktvolumen allein für APU-Wartung bei den Plattformen B737 und A320 liegt bei geschätzt 2,2 Milliarden Dollar jährlich — TAT hält hier bislang unter einem Prozent Marktanteil. Genau darin liegt das Potenzial, das Anleger derzeit einpreisen.
Der Auftragsbestand samt langfristigen Vereinbarungen stieg auf einen Rekordwert von 615 Millionen Dollar, nach 580 Millionen Dollar zum Ende des ersten Quartals. Das Unternehmen bleibt finanziell konservativ aufgestellt: Bei einer Eigenkapitalquote von 77 Prozent und einer Netto-Cash-Position von gut 43 Millionen Dollar bleibt Spielraum für die angekündigte Übernahmestrategie, für die das Management einen "gesunden" Pool an Zielunternehmen nannte.
Ein Wermutstropfen bleibt der operative Cashflow, der im Quartal mit minus 0,56 Millionen Dollar ins Negative drehte — höhere Lagerbestände zur Absicherung gegen Lieferengpässe belasteten die Liquidität. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management mit 196,65 Millionen Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 1,74 Dollar, gefolgt von 231 Millionen Dollar Umsatz und 2,35 Dollar je Aktie im Jahr 2027. CFO Ehud Ben-Yair riet Analysten, für Prognosen eher den Durchschnitt der ersten Jahreshälfte als das starke zweite Quartal als Basis zu nehmen — ein Hinweis darauf, dass die Nachholeffekte nicht wiederholbar sind.
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