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Take-Two: Rockstar bestreitet 1,5-Milliarden-Kosten für GTA VI

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 23:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rockstar nennt kein Entwicklungsbudget; Take-Two erwartet 2027 Net Bookings von 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar.
Makroaufnahme eines Controller-Analogsticks veranschaulicht Take-Two Interactive US8740541094 mit Fokus auf Materialstruktur und Oberflächendetails Illustration mit AI erstellt.

Rockstar widerspricht den milliardenschweren Kostenschätzungen für GTA VI, legt aber kein tatsächliches Entwicklungsbudget offen. Für Take-Two-Anleger bleibt damit eine entscheidende Größe vor dem geplanten Verkaufsstart unbekannt. Die heute aufgegriffenen Aussagen begrenzen die Spekulation über die Kosten, erlauben jedoch noch keine belastbare Einschätzung der Rentabilität des Spiels.

Rockstar widerspricht hoher Kostenschätzung

Rockstar-Publishingchefin Jennifer Kolbe bestreitet laut Bloomberg, dass die Entwicklung von GTA VI mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar gekostet habe. Analystenschätzungen hatten zuvor eine Spanne von 1,5 bis 2 Mrd. US-Dollar angesetzt. Den tatsächlichen Betrag nennt Rockstar nicht.

Das Dementi ist deshalb keine vollständige finanzielle Entwarnung. Es widerspricht einer verbreiteten Größenordnung, ersetzt diese aber nicht durch eine überprüfbare Kostenangabe. Take-Two-CEO Strauss Zelnick hatte das Spiel zuvor selbst als „teuer“ bezeichnet.

Bloomberg hält GTA VI angesichts der Entwicklungsdauer und des Ressourceneinsatzes für wahrscheinlich das teuerste Videospiel. Diese Einschätzung bleibt ausdrücklich eine Einordnung und keine bestätigte Budgetzahl.

Für Anleger ist die Unterscheidung wesentlich: Aus einem bestrittenen Kostenwert lässt sich weder eine konkrete Einsparung noch eine höhere Gewinnmarge ableiten. Die wirtschaftliche Bewertung muss sich deshalb weiterhin auf die Geschäftserwartungen von Take-Two stützen.

Hohe Erwartungen an das Geschäftsjahr

Take-Two erwartet für das Geschäftsjahr 2027 Net Bookings von 8,0 bis 8,2 Mrd. US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2026 waren es 6,72 Mrd. US-Dollar. GTA VI gilt als Haupttreiber der erwarteten Entwicklung.

Damit steht nicht allein die Höhe des Entwicklungsbudgets im Mittelpunkt. Entscheidend ist ebenso, ob der Verkaufsstart die hohen Geschäftserwartungen trägt. Ein niedrigeres Budget als von manchen Analysten vermutet wäre dabei nur ein Teil der wirtschaftlichen Rechnung.

Zusätzlich stellt das Management für das Geschäftsjahr 2027 einen operativen Cashflow von mehr als 1 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Auch das ist eine Prognose, kein bereits erwirtschafteter Mittelzufluss.

Veröffentlichung bleibt der zentrale Prüfstein

GTA VI soll am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X|S erscheinen. Der Termin bleibt damit der zentrale operative Bezugspunkt für Take-Two.

Rockstar-Entwicklungsleiter Phil Hooker erwartet zudem, dass die entstandenen Werkzeuge, die Engine und das Team künftige Spiele schneller ermöglichen. Konkrete Entwicklungszeiten hat er nicht zugesagt. Ein möglicher langfristiger Nutzen der Investitionen ist damit umrissen, finanziell aber nicht beziffert.

Die Take-Two-Aktie gewinnt heute 4,2%; eine gesicherte Erklärung für den Anstieg lässt sich daraus nicht ableiten. Für die Anlagebewertung bleibt die Trennlinie klar: Der Veröffentlichungstermin und die Managementprognosen sind konkrete Orientierungspunkte. Die tatsächlichen Entwicklungskosten und mögliche spätere Effizienzgewinne bleiben dagegen offen.

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