Take-Two: GTA VI startet am 19. November
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 15:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Take-Two Interactive hat mit seinen Quartalszahlen die eigene Prognose übertroffen, dennoch stand am Ende ein Verlust. Die Aussicht auf den Start von Grand Theft Auto VI am 19. November hat die Anleger dennoch aufhorchen lassen. Im Mittelpunkt der Nachrichtenlage stehen "beispiellose" Vorbestellungen für den nächsten Teil der Erfolgsserie.
Zahlen zum ersten Fiskalquartal
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 30. Juni endete, erzielte Take-Two Net Bookings von 1,39 Milliarden Dollar. Das liegt drei Prozent unter dem Vorjahreswert, übertraf aber die eigene Prognosespanne von 1,32 bis 1,37 Milliarden Dollar. Der GAAP-Umsatz stieg um zwei Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls über der Zielspanne von 1,45 bis 1,5 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb dennoch ein Nettoverlust von 34,1 Millionen Dollar beziehungsweise 18 Cent je Aktie stehen, nach einem deutlich kleineren Fehlbetrag von 11,9 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Die Kosten legten um 17 Prozent auf 651 Millionen Dollar zu, unter anderem wegen einer Abschreibung von 43,4 Millionen Dollar auf ein eingestelltes, noch unangekündigtes Spiel eines Drittanbieters.
Der Gewinn je Aktie verfehlte den Analystenkonsens von 33 Cent deutlich, während der Umsatz die Erwartungen von 1,36 Milliarden Dollar übertraf. Das bestehende Portfolio zeigte sich robust: Grand Theft Auto V knackte kumuliert die Marke von 230 Millionen verkauften Einheiten, NBA 2K26 kam auf mehr als 12 Millionen Einheiten. Wiederkehrende Nutzerausgaben machten mit 1,29 Milliarden Dollar rund 84 Prozent der Erlöse aus – ein Beleg für die Stabilität des laufenden Geschäfts vor dem großen Launch.
Vorbestellungen für GTA VI als Kurstreiber
Für die Anleger dürfte die Entwicklung rund um Grand Theft Auto VI wichtiger sein als die Quartalszahlen selbst. Laut Variety bezeichnete Firmenchef Strauss Zelnick die seit Ende Juni laufenden Vorbestellungen als "beispiellos und erstaunlich". Der Titel erscheint am 19. November für PS5 und Xbox Series X|S, zum Preis von 79,99 Dollar für die Standardversion und 99,99 Dollar für die Ultimate-Edition. Zelnick verteidigte den Preis als "unglaubliches Schnäppchen", da die realen Kosten großer Produktionen nicht mit der Inflation gestiegen seien. Ein erster Gameplay-Ausschnitt soll am 27. August im Rahmen eines Netflix-Specials gezeigt werden.
Auf Basis dieser Dynamik hob Take-Two die Prognose für das Gesamtjahr am oberen Ende an: Die Net Bookings sollen nun zwischen 8,0 und 8,2 Milliarden Dollar liegen, nachdem zuvor eine engere Spanne um 8,0 Milliarden Dollar im Raum stand. Der GAAP-Umsatz soll sich auf 7,9 bis 8,1 Milliarden Dollar belaufen, der Gewinn je Aktie auf 5,75 bis 6,00 Dollar – deutlich über dem bisherigen Analystenkonsens von 2,49 Dollar.
Schwaches Übergangsquartal einkalkuliert
Für das laufende zweite Fiskalquartal rechnet Take-Two mit einem deutlich höheren Verlust von 140 bis 157 Millionen Dollar je nach Marketingaufwand rund um den GTA-VI-Launch, bei Net Bookings zwischen 1,62 und 1,67 Milliarden Dollar. Diese vorsichtige Zwischenprognose spiegelt die hohen Vorlaufkosten vor dem Launch wider, ändert aber nichts am optimistischen Jahresausblick.
Marktreaktion
Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit einem kräftigen Sprung: Am Freitag schloss das Papier bei 213,20 Euro, ein Plus von 6,97 Prozent gegenüber dem Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro, erreicht am 7. Juli, fehlen dem Titel derzeit noch knapp acht Prozent. Die Marktkapitalisierung von Take-Two beläuft sich umgerechnet auf 38 Milliarden Euro. Anleger honorieren damit vor allem die starke Nachfrage nach GTA VI, während der laufende Quartalsverlust und das schwächere Zwischenquartal offenbar in den Hintergrund treten.
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