Synopsys Aktie: Investor Day liefert Wachstumsplan
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Synopsys hat auf seinem Investor Day in New York einen ehrgeizigen Fahrplan bis 2030 vorgelegt. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 liegt klar über den Erwartungen der Analysten, dazu kommt ein milliardenschweres Rückkaufprogramm. Die Aktie legte zeitweise um bis zu 7 Prozent zu.
Prognose übertrifft die Erwartungen
Für 2027 peilt der Chipdesign-Softwarespezialist einen Umsatz von 11,15 Milliarden Dollar an, gerechnet zur Mitte der Spanne. Das entspricht rund 15 Prozent Wachstum. Analysten hatten im Schnitt nur mit etwa 11,2 Prozent gerechnet.
Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 19,04 und 19,12 Dollar liegen, die operative Marge bei rund 44 Prozent. Nach GAAP-Rechnung ergibt sich ein deutlich niedrigerer Gewinn je Aktie zwischen 8,16 und 8,61 Dollar.
Bis zum Geschäftsjahr 2030 stellt das Management ein Umsatzwachstum im mittleren Zehnerbereich in Aussicht. Die bereinigte operative Marge soll auf etwa 50 Prozent steigen. Gewinn je Aktie und Free Cashflow sollen jeweils im mittleren 20-Prozent-Bereich zulegen. Das Segment Design Automation soll jährlich mindestens 13 Prozent wachsen, das IP-Geschäft mindestens 17 Prozent.
Rückkauf und Kapitalrückfluss
Synopsys plant, in den kommenden Monaten Aktien für rund eine Milliarde Dollar zurückzukaufen. Das Programm steht unter dem Vorbehalt der Marktlage. Insgesamt sollen bis zu 50 Prozent des Free Cashflows an die Aktionäre zurückfließen. Für 2027 erwartet das Unternehmen einen Free Cashflow von etwa 3,1 Milliarden Dollar.
OpenAI-Deal als strategischer Baustein
Im Mittelpunkt steht die Kooperation mit OpenAI. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen GPT-Synopsys, ein KI-Modell, das speziell auf Chipdesign trainiert wird. Es soll lernen, Synopsys-Werkzeuge zu bedienen und Entwicklern Wochen oder Monate Arbeit abzunehmen.
Die Erlösstruktur ist zweigeteilt. OpenAI zahlt zunächst eine Trainingsgebühr. Nutzen Kunden das Modell später, teilen sich beide Partner den Umsatz, abhängig davon, wie stark das Modell das Chipdesign verbessert. CEO Sassine Ghazi betont, die Vereinbarung kannibalisiere das eigene Geschäft nicht, sondern biete zusätzliches Potenzial. Die Ergebnisse des Modells prüfen weiterhin klassische Synopsys-Werkzeuge, etwa für die Freigabe eines Chips.
Hinzu kommt eine Vereinbarung mit Amazon über anwendungsoptimiertes Design-IP. Synopsys geht damit über sein bisheriges Geschäft mit standardbasiertem IP hinaus.
Für 2027 plant das Unternehmen Investitionen von etwa 500 Millionen Dollar. Die Zahl der voll verwässerten Aktien soll bei 190 bis 192 Millionen liegen. Ob der Rückkauf im angekündigten Umfang gelingt, zeigt sich an dieser Aktienzahl in den kommenden Quartalsberichten.
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