Syndax, Aktie

Syndax Aktie: Zahlen stimmen, Kurs nicht

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 10:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Revuforj und Niktimvo steigern Syndax’ Erlöse im dritten Quartal; der Verlust je Aktie fällt höher aus als erwartet.
Moderne, unscharfe Laborumgebung mit medizinischer Ausrüstung in einem professionellen, klinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Der Umsatz wächst um 82 Prozent, trotzdem notiert die Aktie nahe ihrem Jahrestief. Syndax hat für das dritte Quartal 2026 Erlöse von 83,3 Millionen Dollar gemeldet. Die Analysten hatten mit rund 82,4 Millionen gerechnet. Am Markt kam das nicht an.

Revuforj legt zu, Niktimvo trägt mit

Das Leukämiemedikament Revuforj erlöste 60,7 Millionen Dollar, 90 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und 11 Prozent mehr als im zweiten Quartal. Die Zahl neuer Patienten stieg um etwa 20 Prozent. Die Konsensschätzung für Revuforj lag mit 60,8 Millionen Dollar minimal höher.

Der zweite Umsatzbaustein ist Niktimvo, das Syndax gemeinsam mit Incyte vermarktet. Der Nettoumsatz des Präparats erreichte 67,4 Millionen Dollar. Syndax erhält die Hälfte des Nettogewinns und verbuchte daraus 22,6 Millionen Dollar Kooperationserlös. Die Marge des Mittels liegt laut Unternehmen über der bisherigen Prognose.

Unterm Strich blieb ein Verlust von 0,55 Dollar je Aktie, deutlicher als die erwarteten 0,48 Dollar. Die Barmittel und Investments belaufen sich auf 551 Millionen Dollar. Die Ausgabenprognose für 2026 bleibt bei etwa 400 Millionen Dollar, ohne aktienbasierte Vergütung.

Transplantationsdaten als neues Argument

Erstmals legte das Management Zahlen zur Transplantation vor. Rund 40 Prozent der Patienten mit rezidivierter NPM1-Mutation gehen nach Revuforj zur Stammzelltransplantation. Etwa die Hälfte von ihnen setzt die Therapie danach fort. Bei KMT2A-Patienten liegen die Quoten bei rund 50 beziehungsweise 60 Prozent.

Mizuho hält diese Raten für hoch, da NPM1-Patienten tendenziell älter sind. Die Bank bestätigt ihr Votum "Outperform" mit einem Kursziel von 43 Dollar. Längere Therapiedauer nach der Transplantation könnte den Umsatz langfristig stützen. Kurzfristig bremst die Behandlungspause rund um den Eingriff die Verkäufe leicht.

Die Aktie schloss zuletzt bei 13,10 Dollar, knapp über dem Jahrestief von 12,79 Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 38 Prozent zu Buche. Die Analystenziele reichen von 23 bis 57 Dollar.

Rückschlag bei Lungenfibrose, neuer Finanzchef

Belastet hatte zuvor die Studie MAXPIRe. Axatilimab verfehlte im Oktober bei idiopathischer Lungenfibrose den primären Endpunkt, Syndax stellt die Entwicklung in dieser Indikation ein. Laufende Studien in anderen Indikationen bleiben unberührt.

Personell steht ein Wechsel an. Finanzchef Keith Goldan geht in den Ruhestand und begleitet die Übergabe bis Jahresende. Ihm folgt zum 9. November Aaron Ondrey, zuletzt CFO bei Beren Therapeutics und zuvor bei Rocket Pharmaceuticals und Mirati.

Im vierten Quartal plant Syndax neue Revuforj-Daten, darunter Ergebnisse der Studien BEAT AML und SAVE zur Erstlinientherapie bei neu diagnostizierter AML. Der Konzern will als erster einen Menin-Inhibitor in dieser Linie platzieren. Die Daten dürften zeigen, ob dieses Argument den Kurs wieder trägt.

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