Syndax Aktie: Lungenstudie verfehlt Ziel
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 22:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Studie zu Lungenfibrose ist gescheitert. Syndax hat heute nach Börsenschluss mitgeteilt, dass der Antikörper Axatilimab in der Phase-2-Studie MAXPIRe den primären Endpunkt verfehlt hat. Nachbörslich gab die Aktie daraufhin deutlich nach, zeitweise um rund 15 Prozent.
Was die Studie zeigte
Untersucht wurde die jährliche Abnahme der forcierten Vitalkapazität bei Patienten mit idiopathischer Pulmonalfibrose (IPF). Daran gemessen ergab sich kein Vorteil gegenüber Placebo. Die Studie lief über 26 Wochen, 145 Patienten an 62 Zentren in 14 Ländern nahmen teil. Sie erhielten im Verhältnis 2:1 entweder Axatilimab oder Placebo, alle zwei Wochen.
Bei der Verträglichkeit gab es keine Überraschungen. Das Sicherheitsprofil war mit Placebo vergleichbar, neue Signale tauchten nicht auf. Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen blieben in beiden Armen selten, behandlungsbedingte Todesfälle gab es nicht.
Syndax zieht die Konsequenz und verfolgt die Entwicklung in IPF nicht weiter. Forschungschef Nick Botwood zeigte sich enttäuscht, da die wissenschaftliche Begründung vielversprechend gewesen sei.
Kerngeschäft bleibt unberührt
Axatilimab ist unter dem Namen Niktimvo bereits für die chronische Graft-versus-Host-Erkrankung (cGVHD) zugelassen, nach dem Versagen von mindestens zwei vorherigen Therapielinien. Vermarktet wird es gemeinsam mit Partner Incyte. Die laufenden Studien in anderen Indikationen sind laut Unternehmen vom IPF-Ergebnis nicht betroffen.
Dazu zählen zwei Studien bei neu diagnostizierter cGVHD: eine Phase-2-Kombination mit Ruxolitinib und eine Phase-3-Kombination mit Steroiden. Ergebnisse aus den cGVHD-Programmen stellt das Management für das Jahresende und Anfang 2028 in Aussicht.
CEO Michael Metzger betonte, man wolle Revumenib und Axatilimab in frühere Behandlungslinien bringen. Er verwies auf eine robuste Pipeline und eine starke Finanzlage. Niktimvo solle zu einem Blockbuster in cGVHD werden.
Einordnung
Der Rückschlag trifft vor allem die Fantasie für eine zusätzliche, großvolumige Indikation. IPF wäre ein deutlich größerer Markt gewesen als cGVHD. Der Kursrutsch dürfte deshalb vor allem diese Erweiterungsperspektive einpreisen, nicht das bestehende Geschäft.
Die nächsten Prüfsteine sind die cGVHD-Daten Ende 2026 und Anfang 2028. Fallen sie positiv aus, würde Axatilimab im Frühlinienbereich neue Umsatzchancen eröffnen.
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