Sylvamo Aktie: BofA hebt auf Kaufen
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 17:37 Uhr | Redaktion boerse-global.deBofA Securities setzt bei Sylvamo nach den heute veröffentlichten Quartalszahlen auf eine bessere Perspektive. Das Analysehaus hebt seine Empfehlung von „Neutral“ auf „Kaufen“ an. Dafür sprechen aus seiner Sicht das Ergebnis und der mögliche Wertbeitrag des geplanten Europa-Verkaufs. Für Anleger verbindet sich damit eine Gewinnüberraschung mit der Aussicht auf eine veränderte Unternehmensaufstellung.
Gewinnüberraschung stützt die Hochstufung
BofA nennt ein Kursziel von 42 US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,33 US-Dollar und lag damit über dem vom Analysehaus angeführten Konsens von 1,22 US-Dollar.
Die operative Entwicklung erhielt Unterstützung durch bessere Verkaufspreise und einen günstigeren Produktmix. Außerdem fielen die Kosten für geplante Wartungsstillstände gegenüber dem Vorquartal niedriger aus. Höhere Input- und Transportkosten wirkten dagegen.
Im dritten Quartal 2026 erzielten die fortgeführten Aktivitäten einen Umsatz von 645 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn dieser Geschäftsbereiche belief sich auf 85 Millionen US-Dollar.
Die Ergebnisentwicklung liefert damit ein Argument für die positive Analystensicht. Auf der Umsatzseite blieb Sylvamo allerdings hinter den Erwartungen zurück. Für die Bewertung der Zahlen ist zugleich wichtig, dass das Unternehmen Europa bereits als aufgegebenen Geschäftsbereich ausweist und die Vorjahreswerte entsprechend angepasst hat.
Das bereinigte EBITDA der fortgeführten Aktivitäten erreichte 128 Millionen US-Dollar bei einer Marge von 20 Prozent. Der freie Cashflow lag bei 16 Millionen US-Dollar.
Die Börse reagiert heute deutlich positiv auf die Kombination aus Quartalsbericht und Verkaufsplan: Die Sylvamo-Aktie gewinnt 23%. Damit begleitet eine kräftige Kursreaktion die Neubewertung durch BofA.
Europa-Verkauf mit Beteiligung an Ausschüttungen
Sylvamo hat mit Midas Atlantic Partners und The Najafi Companies eine Put-Optionsvereinbarung über ein bindendes Angebot für das Europageschäft geschlossen. Zum vorgesehenen Umfang gehören die Papierwerke Saillat in Frankreich und Nymölla in Schweden sowie Forst- und Unterstützungsbetriebe.
Die Transaktionsbedingungen sehen die Übergabe mit vereinbartem Betriebskapital und Kassenbestand vor. Sylvamo soll dafür Anspruch auf 20 Prozent künftiger Ausschüttungen erhalten. Der Abschluss wird bis Ende des ersten Quartals 2027 angestrebt, vorbehaltlich der Konsultationen und behördlichen Genehmigungen.
Zunächst stehen Gespräche mit Betriebsräten und Beschäftigtenvertretern an. Danach soll ein endgültiger Kaufvertrag folgen. Für Sylvamo bietet die Konstruktion eine Beteiligung an möglichen späteren Ausschüttungen, sofern das übertragene Geschäft solche Ausschüttungen ermöglicht.
Hohe Belastung durch aufgegebene Aktivitäten
Das Europageschäft verzeichnete einen Umsatz von 178 Millionen US-Dollar und einen Verlust von 284 Millionen US-Dollar. Dieser ging vor allem auf eine nicht zahlungswirksame Wertminderung zurück.
Damit stehen die profitablen fortgeführten Aktivitäten einer hohen bilanziellen Belastung aus Europa gegenüber. Die BofA-Einschätzung richtet den Blick auf das verbleibende Geschäft und den möglichen Wert der geplanten Transaktion.
Für die weitere Bewertung werden deshalb zwei Punkte entscheidend: die Ertragskraft der fortgeführten Aktivitäten und die Umsetzung des Europa-Verkaufs. Die Hochstufung erhält zusätzliche Unterstützung, sofern Sylvamo die operative Profitabilität behauptet und die Transaktion nach den ausstehenden Konsultationen und Genehmigungen abschließen kann.
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