Swissnet Aktie: Wachstum mit Kehrseite
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 08:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Swissnet legt Zahlen vor, die auf den ersten Blick beeindrucken – und bei genauerem Hinsehen Fragen aufwerfen. Der testierte Konzernabschluss für 2025 zeigt ein Unternehmen im Umbau, das kräftig wächst, dabei aber Substanz einbüßt.
Umsatzsprung mit sinkender Marge
Der Umsatz kletterte 2025 um 61 Prozent auf 21,0 Millionen Franken. Treiber war vor allem das Hardware-Geschäft, das um 88 Prozent auf 11,4 Millionen Franken zulegte. Die SaaS-Erlöse wuchsen langsamer, aber immerhin um 37 Prozent auf 9,6 Millionen Franken.
Das Wachstum kam nicht ohne Preis. Die Bruttomarge fiel von 66 auf 59 Prozent – ein deutlicher Rückgang, der zeigt, dass margenschwächere Hardware-Erlöse den Mix verändern. Das bereinigte EBITDA stieg zwar um 49 Prozent auf 3,7 Millionen Franken, unter dem Strich stand aber ein bereinigter Verlust von 4,2 Millionen Franken – nach einem Gewinn von 1,3 Millionen Franken im Vorjahr.
Ein Grund für den Umsatzsprung liegt in der Konsolidierung: swissnet ICT und Lokalee wurden ab Januar 2025 erstmals vollständig in die Bilanz einbezogen, nachdem die Übernahme bereits im November 2024 angekündigt worden war.
Kapitalpuffer wächst, Kasse schrumpft
Bei der Bilanz zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Das Eigenkapital verdoppelte sich mehr als auf 22,5 Millionen Franken – ein Signal für frisches Kapital oder Sachwerteinbringung im Rahmen der Übernahmen. Die liquiden Mittel brachen dagegen um 88 Prozent auf gerade noch 508.000 Franken ein.
Diese Kombination aus wachsendem Eigenkapital und schrumpfender Liquidität dürfte bei genauerer Betrachtung der Finanzierungsstruktur der jüngsten Zukäufe eine Rolle spielen. Das Unternehmen bietet cloudbasierte ICT-, WLAN- und Location-Based-Marketing-Lösungen für Einzelhandel, Gastgewerbe, Gesundheitswesen und öffentlichen Sektor an – ein Geschäftsmodell, das auf weiteres Skalieren angelegt ist.
Der nächste Fixpunkt für Anleger ist der Halbjahresabschluss zum ersten Halbjahr 2026, der am 31. Oktober 2026 vorgelegt wird. Dann zeigt sich, ob die niedrige Kassenposition ein einmaliger Effekt der Integrationsphase war oder sich als strukturelles Thema fortsetzt.
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