Swisscom Aktie: Entwickelt autonomes Netz mit Ericsson
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom treibt die Automatisierung seiner Netzinfrastruktur voran. Gemeinsam mit dem langjährigen Technologiepartner Ericsson entwickelt das Unternehmen das autonome Netzwerkprojekt „Best Net“.
Ziel dieser Initiative ist es, netzübergreifende Störungen mittels intelligenter Systeme innerhalb von fünf Minuten zu identifizieren und entsprechende Handlungsschritte vorzuschlagen.
Bis Ende 2026 sollen voraussichtlich sechs Millionen Anschlüsse vollständig in einen cloud-nativen Kern migriert werden. An der Börse zeigt sich der Titel stabil: Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 669,00 Euro mit einem leichten Plus von 0,07 Prozent.
Technologischer Umbau im Kernnetz
Die Kooperation mit Ericsson, die bereits seit über einem Jahrzehnt besteht, soll die Betriebsstabilität bei Großereignissen und für Unternehmenskunden stärken. Dabei kam zuletzt unter anderem eine Optimierungsanwendung für Mobilfunkzellen zum Einsatz, die nach Angaben des Partners fehlerfrei arbeitete.
Die Netzqualität gilt traditionell als zentrales Verkaufsargument des Schweizer Marktführers. Der Konzern verweist hierbei auf wiederholte Bestnoten in Branchentests der Fachmagazine Connect und Chip. Zudem schnitt der Kundenservice in einem gestern veröffentlichten Hotline-Test von Connect mit 483 von 500 Punkten ab.
Investitionen in eine softwarebasierte Infrastruktur sind für europäische Telekommunikationsanbieter ein entscheidender Hebel, um operative Betriebskosten langfristig zu senken und neue Datenkapazitäten effizient bereitzustellen. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 34,85 Milliarden Euro zählt Swisscom zu den stabilsten Titeln im europäischen Sektor.
Gegenwind bei geplanter Gesetzesrevision
Während Swisscom seine Netze technologisch modernisiert, formiert sich auf politischer Ebene Widerstand gegen geplante regulatorische Vorgaben. Im Rahmen der laufenden Revision des Schweizer Fernmeldegesetzes, die das Thema Cybersicherheit verschärfen soll, plant der Gesetzgeber unter anderem eine Pflicht für Netzbetreiber, kritische Komponenten von mehreren Ausrüstern parallel zu beziehen.
Swisscom lehnt diese Multi-Vendor-Pflicht gemeinsam mit den Mitbewerbern Sunrise und Salt sowie dem Branchenverband asut ab. Die Betreiber warnen vor steigenden Kosten, höherer Komplexität im Netzbetrieb und zusätzlichen Sicherheitsrisiken. Im Raum steht zudem eine Kompetenz für den Bundesrat, einzelne Netzausrüster im Falle geopolitischer Risiken ganz auszuschließen.
Swisscom verlangt für derartige Eingriffe transparente Risikobewertungen und einen klar nachweisbaren Nutzen für die Netzsicherheit. Wie diese regulatorische Debatte ausgeht, dürfte für die künftige Ausgabenstruktur des Konzerns maßgeblich sein.
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