Swiss Life Aktie: Stellenabbau trotz Gewinnsprung
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 08:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Swiss Life liefert für das erste Halbjahr 2026 solide Zahlen ab — und schickt gleichzeitig eine unangenehme Nachricht hinterher. Der Versicherer verdiente deutlich mehr, kündigt aber an, bis Ende 2028 rund 600 Stellen zu streichen. Wachstum und Effizienzprogramm gehen bei Swiss Life derzeit Hand in Hand.
Der Reingewinn stieg in den ersten sechs Monaten um 8 Prozent auf 649 Millionen Franken, der Betriebsgewinn legte im gleichen Tempo auf 967 Millionen Franken zu. Das Fee-Ergebnis wuchs in lokaler Währung sogar um 11 Prozent auf 430 Millionen Franken.
Die Eigenkapitalrendite kletterte auf 20,2 Prozent — deutlich über der eigenen Zielspanne von 17 bis 19 Prozent, die Swiss Life im Rahmen des Programms "Swiss Life 2027" ausgegeben hat.
Stellenabbau als Teil der Effizienzstrategie
CEO Matthias Aellig begründet den Personalabbau mit dem Ziel, das Geschäft auch über 2027 hinaus profitabel zu halten. Digitalisierung soll dabei helfen, Marktchancen schneller zu nutzen.
Die 600 betroffenen Positionen verteilen sich etwa hälftig auf die Schweiz und auf Swiss Life Asset Managers im Ausland, ein Großteil soll über natürliche Fluktuation abgebaut werden. Rund 100 Stellen sind laut Unternehmensangaben bereits reduziert, bis Jahresende sollen weitere 100 folgen.
Parallel zum Sparkurs bleibt der Konzern bei seiner Ausschüttungspolitik großzügig. Ein neues Aktienrückkaufprogramm über 250 Millionen Franken ist beschlossen und läuft vom 1. Oktober 2026 bis Ende März 2027 — es folgt auf ein bereits abgeschlossenes Rückkaufprogramm über 750 Millionen Franken. Die Solvenzquote SST liegt bei rund 215 Prozent und damit deutlich über der strategischen Zielspanne von 140 bis 190 Prozent.
Segmente wachsen unterschiedlich stark
Alle Kernmärkte trugen zum Ergebnis bei, allerdings mit unterschiedlicher Dynamik. Frankreich und Deutschland steigerten ihre Segmentergebnisse um 9 beziehungsweise 4 Prozent, während in der Sparte International die Prämieneinnahmen wegen des Netzwerkgeschäft-Transfers um 8 Prozent zurückgingen.
Bei Swiss Life Asset Managers verlangsamten sich die Nettoneugeldzuflüsse im TPAM-Geschäft auf 7,2 Milliarden Franken, nach außergewöhnlich starken 13,2 Milliarden Franken im Vorjahreszeitraum — die verwalteten Vermögen wuchsen dennoch auf 158 Milliarden Franken.
Am Vormittag informiert das Management Analysten und Medien in separaten Konferenzen über die Details. Für die Aktie dürfte vor allem interessant sein, wie der Markt die Kombination aus Rekordrendite und angekündigtem Stellenabbau bewertet — beides Signale, dass Swiss Life auf dem eingeschlagenen Effizienzkurs bleibt.
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