Swedencare, Aktie

Swedencare Aktie: Dreifacher Dämpfer

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 11:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern verfehlte im dritten Quartal Umsatz- und EBITDA-Erwartungen und rechnet 2026 mit rund sechs Prozent organischem Wachstum.
Moderne, minimalistische Tierklinik-Umgebung als Symbol für die Branche der Tiergesundheit. Illustration mit AI erstellt.

Schwache Zahlen, gesenktes Wachstumsziel und ein angekündigter Chefwechsel: Swedencare hat Anlegern am Mittwoch gleich drei unerfreuliche Nachrichten auf einmal geliefert. Die Aktie brach zeitweise um mehr als 19 Prozent ein und fiel auf rund 19 Schwedische Kronen. Intraday markierte sie ein neues 52-Wochen-Tief bei 18,54 Kronen.

Umsatz und Ergebnis verfehlen die Erwartungen

Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 3 Prozent auf 732,2 Millionen Kronen. Analysten hatten mit rund 762 Millionen gerechnet. Das organische, währungsbereinigte Wachstum bremste auf 2 Prozent, nach 7 Prozent im zweiten Quartal. CEO Håkan Lagerberg hatte eine Fortsetzung des Vorquartalstempos erwartet und nannte das Ergebnis eine Enttäuschung.

Das operative EBITDA sank um 3 Prozent auf 150,1 Millionen Kronen, die Marge ging auf 20,5 Prozent zurück. Erwartet worden waren etwa 162 Millionen. Der Nettogewinn legte dagegen auf 28,7 Millionen Kronen zu, nach 22,2 Millionen im Vorjahresquartal.

Als Gründe nennt das Unternehmen drei Faktoren: eine Zertifizierungsinspektion im September, die die Produktion stärker beeinträchtigte als gedacht, schwächere Verkäufe europäischer Tierarztmarken gegen Quartalsende sowie Lieferkettenprobleme. Diese verzögerten Auslieferungen und belasteten den Online-Absatz einzelner Marken. Immerhin führte die Inspektion zur Zulassung einer weiteren Anlage.

Prognose gesenkt, Chef geht

Für 2026 peilt Swedencare nun rund 6 Prozent organisches Wachstum an. Zweistelliges Wachstum im Gesamtjahr ist laut Management nicht mehr wahrscheinlich. Im vierten Quartal soll es wieder zweistellig laufen.

Lagerberg kündigte zudem an, spätestens im dritten Quartal 2027 abzutreten. Er führt den Konzern seit zwölf Jahren und formte ihn von einem Ein-Produkt-Unternehmen zum globalen Tiergesundheitskonzern mit zuletzt 2,7 Milliarden Kronen Umsatz. Ein Nachfolger ist bislang nicht benannt.

Europa stark, Nordamerika schwach

Das Bild ist nicht einheitlich. Europa und das Produktionssegment wuchsen organisch jeweils um 11 Prozent. Die Mundpflegemarke ProDen PlaqueOff legte erneut um mehr als 30 Prozent zu, und die Pharmaeinheit bestand eine Vorabinspektion der US-Arzneimittelbehörde FDA. Die Produktion für einen Kunden soll 2027 anlaufen.

Nordamerika bleibt dagegen das Sorgenkind. Der US-Tierarztkanal ist schwach, und die Marke NaturVet braucht nach Unternehmensangaben Jahre für eine schrittweise Erholung. Impulse erwartet das Management von größeren Partnerschaften vor Produkteinführungen Anfang 2027.

Der Nettoverschuldungsgrad liegt bei 3,0 und damit über dem Vorjahreswert von 2,7. Er sank aber gegenüber dem Vorquartal, nachdem Swedencare im Quartal 70 Millionen Kronen Schulden abbaute. Ob das Schlussquartal die zweistellige Rückkehr bringt, zeigt der nächste Bericht.

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