Surteco, Aktie

Surteco Aktie: 37,8-Millionen-Abschreibung belastet Ergebnis

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 20:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Surteco verbessert bereinigtes EBITDA um fünf Prozent und erhöht die Marge auf 12,6 Prozent. Der Umsatz sinkt jedoch um vier Prozent, während eine Refinanzierung die Finanzierung bis 2029 sichert.

Surteco steigert operative Marge trotz rückläufiger Umsätze im ersten Halbjahr
Dunkle, industrielle Szenerie mit dramatischem Licht zur Symbolisierung finanzieller Belastungen im verarbeitenden Gewerbe. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Surteco hat in einem schwierigen Marktumfeld die Profitabilität gesteigert. Wie das Unternehmen Ende Juli mitteilte, kletterte das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA adjusted) im ersten Halbjahr 2026 um 5 Prozent auf 53,2 Millionen Euro.

Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 50,6 Millionen Euro gelegen. Gleichzeitig verbesserte sich die entsprechende Marge von 11,6 Prozent auf nun 12,6 Prozent. Dieser Anstieg gelang der Gruppe vor allem durch Effizienzmaßnahmen, die den Druck durch gestiegene Rohstoffpreise auffangen konnten.

Organisches Wachstum und Sondereffekte

Der Konzernumsatz verringerte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 4 Prozent auf 420,8 Millionen Euro. Als wesentliche Gründe für diesen Rückgang nannte Surteco die planmäßige Einstellung des Geschäfts mit Imprägnaten sowie negative Währungseffekte.

Bereinigt um diese Faktoren erzielte das Unternehmen jedoch ein organisches Wachstum von 2 Prozent. Während die meisten Geschäftsbereiche ihre Ergebnisse steigern konnten, blieb die Entwicklung im Segment North America hinter den Erwartungen zurück.

Das Konzernergebnis nach Steuern verbesserte sich zwar gegenüber dem Vorjahreswert von minus 5,5 Millionen Euro auf minus 3,0 Millionen Euro, blieb jedoch negativ gezeichnet. Belastet wurde die Bilanz durch eine Einmalabschreibung in Höhe von 37,8 Millionen Euro. Diese resultierte laut Unternehmensangaben aus der Ausbuchung einer Kaufoption für geleaste Gebäude.

Ohne derartige Sondereffekte wäre das Ergebnis deutlich positiver ausgefallen. Bereits im Juni hatte die Hauptversammlung des Unternehmens sämtlichen Tagesordnungspunkten zugestimmt und Jan Oberbeck erneut in den Aufsichtsrat gewählt.

Langfristige Finanzierung gesichert

Ein wesentlicher Schritt zur Stabilisierung der Kapitalstruktur wurde bereits im zweiten Quartal 2026 vollzogen. Surteco schloss eine umfassende Refinanzierung ab, bei der ein Konsortialkredit über 209,0 Millionen Euro sowie Schuldscheindarlehen im Volumen von 184,5 Millionen Euro verlängert wurden.

Diese Kreditlinien stehen dem Konzern nun einheitlich bis zum 28. Dezember 2029 zur Verfügung. Der Konsortialkredit beinhaltet zudem eine revolvierende Fazilität über 30 Millionen Euro, was die finanzielle Flexibilität für die kommenden Jahre sichert.

Ausblick und Marktreaktion

An der Börse wird die Entwicklung derzeit verhalten aufgenommen. Die Aktie notiert aktuell bei 8,00 Euro, was einem Plus von 1,9 Prozent am heutigen Handelstag entspricht. Damit konnte sich der Wert leicht von seinem gestern erreichten 52-Wochen-Tief bei 7,85 Euro absetzen.

Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust jedoch auf 27 Prozent, was die anhaltende Skepsis der Anleger angesichts der schwachen Branchenkonjunktur widerspiegelt. Medienberichten zufolge wird das Papier auf Basis automatisierter Bewertungsmodelle fundamental jedoch als unterbewertet eingestuft.

Das Management hält an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest. Für 2026 erwartet der Vorstand weiterhin einen Konzernumsatz zwischen 780 Millionen Euro und 830 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA soll am Ende des Jahres in einer Spanne von 70 Millionen Euro bis 90 Millionen Euro liegen.

Diese Prognose setzt voraus, dass die Effizienzprogramme weiterhin greifen und die Nachfrage in den Kernmärkten trotz der aktuellen Schwäche nicht weiter deutlich nachgibt.

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