Super Micro Computer Aktie: Lambda verhandelt Milliardenrunde
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 09:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Milliardenschwere Investitionspläne im Cloud-Sektor sorgen für Rückenwind bei den Ausrüstern von Rechenzentren. Laut einem Bericht des Wall Street Journal verhandelt der auf Grafikprozessoren spezialisierte Cloudanbieter Lambda über eine Finanzierungsrunde von rund 4 Milliarden US-Dollar vor einem für 2027 anvisierten Börsengang.
Angeführt wird die Runde demnach von Blackstone und Coatue Management bei einer Bewertung von 14,5 Milliarden US-Dollar vor Geldeingang. Für Serverhersteller wie Super Micro Computer untermauert das Vorhaben die anhaltend hohe Nachfrage nach leistungsfähiger Rechenleistung.
Gestern legte die Aktie von Super Micro Computer im US-Handel um 3,4 % auf einen Schlusskurs von 44,94 US-Dollar zu. Während führende US-Leitindizes Verluste verbuchten, stützte die Zuversicht in die Hardware-Nachfrage den Kurs des Unternehmens, das unter anderem direkt flüssigkeitsgekühlte Rack-Systeme für Rechenzentren liefert.
Auftragsboom im Umfeld der Cloudbetreiber
Der Investitionsbedarf bei Infrastrukturanbietern wächst rasant. Lambdas Auftragsbestand kletterte von 15 Milliarden US-Dollar im Juni auf 50 Milliarden US-Dollar im September.
Den Ausschlag für diesen Zuwachs gab maßgeblich eine vertragliche Vereinbarung mit dem KI-Entwickler Anthropic über ein Volumen von 35 Milliarden US-Dollar. Die Zusage erstreckt sich über sechs Jahre und umfasst rund 350 Megawatt in einem texanischen Rechenzentrum von Hut 8.
Für Super Micro bedeutet dieser Ausbau eine Fortsetzung der Hardware-Investitionen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 erzielte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 39,1 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 77,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Zudem beliefen sich die neuen Aufträge im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf mehr als 60 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2026 jedoch einen negativen operativen Cashflow von 6,81 Milliarden US-Dollar, während die Lagerbestände zum Geschäftsjahresende auf 12,9 Milliarden US-Dollar anstiegen.
Super Micro meldete vor gut drei Wochen IT-Kontrollschwächen (seither +26,1 %). Der Schritt zur Neubesetzung der Compliance-Leitung erfolgt vor dem Hintergrund behördlicher Untersuchungen zu Ausfuhrkontrollen, in deren Rahmen Bundesbehörden frühere Lieferwege nach Asien prüfen.
An der Börse spiegeln die Bewertungen das Spannungsfeld zwischen operativem Wachstum und internen Herausforderungen wider. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier dennoch ein Plus von 54 %. Während die Bewertungsmultiplikatoren im Branchenvergleich gedrückt bleiben, hängt die weitere Entwicklung vor allem daran, wie effizient das Management den hohen Auftragsbestand in profitablen Cashflow ummünzt.
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