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Super Micro Computer Aktie: Cashflow bleibt Schwachstelle

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 00:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz höherer Jahresziele belasteten Mittelabfluss, sinkende GAAP-Marge und die starke Abhängigkeit von einem Großkunden das Quartal.
Abstrakte Darstellung einer modernen Server-Infrastruktur in einem Industriebetrieb mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Rekordumsatz, höhere Prognose, Kurssprung im nachbörslichen Handel — und trotzdem steckt in den Zahlen ein Haken. Super Micro Computer hat im ersten Geschäftsquartal 2027 Barmittel verbraucht, obwohl der Umsatz auf 19,9 Milliarden Dollar kletterte. Auch die Kundenabhängigkeit wächst.

Starkes Quartal, schwacher Mittelzufluss

Der Umsatz hat sich gegenüber dem Vorjahr fast vervierfacht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,81 Dollar, Analysten hatten mit 1,23 Dollar gerechnet. Die bereinigte Bruttomarge erreichte 12,8 Prozent, über der eigenen Prognose. Die Aktie legte nachbörslich um knapp 10 Prozent auf 34,46 Dollar zu.

Allerdings enthält die Zahl Sondereffekte. Rund 2,3 Milliarden Dollar Umsatz stammen aus Lieferungen, die sich aus früheren Quartalen verschoben hatten. Ohne diesen Nachholeffekt lag der Umsatz bei etwa 17,6 Milliarden Dollar. Die GAAP-Marge fiel auf 12,7 Prozent, nach 17,6 Prozent im Vorquartal. Das Management führt das auf den höheren Anteil großer KI-Projekte zurück, die weniger Marge abwerfen.

Das operative Geschäft verbrauchte 434 Millionen Dollar Cash. Die Lagerbestände stiegen auf 15,1 Milliarden Dollar. Der Konzern hält 6,9 Milliarden Dollar liquide Mittel, die Nettoverschuldung beträgt 1,7 Milliarden Dollar.

Ein Kunde, 44 Prozent

Ein einziger Rechenzentrumskunde steht für 44 Prozent der Erlöse, im Gesamtjahr 2026 waren es 28 Prozent. Finanzchef Mark Long, der seine erste Telefonkonferenz bestritt, erwartet, dass die Konzentration zunächst hoch bleibt und erst mit dem Wachstum im Unternehmens- und Staatengeschäft sinkt.

Positiv wertet er Kundenanzahlungen: Die abgegrenzten Erlöse stiegen um rund 3,1 Milliarden Dollar, die Forderungslaufzeit sank von 59 auf 36 Tage. Eine Kapitalerhöhung plant das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit nicht.

Ausblick mit angezogener Handbremse

Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Super Micro nun 72 bis 82 Milliarden Dollar Umsatz an, zuvor waren es 65 bis 72 Milliarden. Für das laufende Quartal liegt die Spanne bei 19,5 bis 21,5 Milliarden Dollar.

Gründer Charles Liang nennt die Zielspanne bewusst konservativ. Engpässe bei Komponenten, Strom, Flächen und Rechenzentrumsgebäuden bremsen die Auslieferungen. Entspannt sich die Lage, könnte das zweite Halbjahr deutlich stärker ausfallen. Die Jahresmarge von 11,8 bis 12,2 Prozent impliziert allerdings eine schwächere zweite Jahreshälfte, weil der KI-Anteil auf bis zu 80 Prozent steigen soll.

Die nächsten Zahlen folgen mit dem zweiten Geschäftsquartal, das Ende Dezember 2026 endet.

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