Super Micro Computer Aktie: 48 Prozent Monatszuwachs nach Zahlen
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 10:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Super Micro Computer sorgt weiter für Bewegung an den Märkten. Nach den am 11. August veröffentlichten Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 überschlagen sich die Reaktionen der Analysten – und die Aktie hat einen bemerkenswerten Lauf hingelegt.
Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 39,84 US-Dollar, nach einem Plus von 1,7 Prozent an diesem Tag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 28 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar 48 Prozent.
Rekordauftragseingang und starke Guidance treiben Kurs
Der Server-Hersteller meldete für das vierte Quartal einen Gewinn je Aktie von 1,70 US-Dollar – ein Plus von 139 Prozent gegenüber der Erwartung von 0,71 US-Dollar.
Der Umsatz blieb mit 11,12 Milliarden US-Dollar zwar knapp unter der Konsensschätzung von 11,73 Milliarden US-Dollar, doch der Ausblick überstrahlte diesen Dämpfer deutlich: Für das Geschäftsjahr 2027 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 65 und 72 Milliarden US-Dollar in Aussicht, weit über der Konsenserwartung von 53 Milliarden US-Dollar.
Zusätzlich verkündete Super Micro einen Rekordauftragseingang von 60 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal, was zu einem historisch hohen Auftragsbestand zum Start des neuen Geschäftsjahres führte. Für das erste Quartal 2027 gab das Management eine Umsatzprognose von 14,5 bis 15,5 Milliarden US-Dollar sowie ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie zwischen 1,01 und 1,10 US-Dollar aus – beides deutlich über den bisherigen Analystenschätzungen.
Ein Schatten bleibt: Das Unternehmen bestätigte, dass der Verwaltungsrat eine unabhängige Prüfung bestimmter Transaktionen im Zusammenhang mit Exportkontrollfragen durchführt. Die Zahlen des vierten Quartals gelten deshalb vorläufig und ungeprüft, bis die Untersuchung abgeschlossen ist.
Analysten reagieren mit höheren Kurszielen
Die Reaktionen der Analysehäuser fielen überwiegend positiv aus. Rosenblatt Securities hob am 13. August das Kursziel von 45 auf 51 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Bernstein erhöhte am 14. August das Kursziel von 37 auf 42 US-Dollar und verwies auf den robusten Ausblick für 2027 sowie die verbesserte Profitabilität trotz der Historie verfehlter Umsatzziele.
Auch Stifel Nicolaus setzte am 14. August ein Kursziel von 42 US-Dollar, während Needham dem Unternehmen an diesem Tag eine Kaufempfehlung aussprach und auf die Dynamik im Sektor sowie die starke Kursentwicklung verwies.
Zurückhaltender zeigten sich Citigroup, die das Kursziel am 12. August auf 39 US-Dollar anhob, aber bei „Neutral“ blieb, sowie Goldman Sachs, die trotz einer Anhebung auf 34 US-Dollar an ihrer Verkaufsempfehlung festhielt. Mizuho erhöhte das Kursziel am selben Tag auf 35 US-Dollar bei neutraler Einstufung.
Kapitalerhöhung belastete kurzzeitig, institutionelle Investoren bauen Positionen aus
Trotz der starken Zahlen fiel die Aktie im nachbörslichen Handel am 11. August zeitweise um bis zu 10 Prozent, nachdem das Unternehmen seinen Plan zur Kapitalbeschaffung über 7 Milliarden US-Dollar bekräftigt hatte.
Das Programm umfasst 1,25 Milliarden US-Dollar in Stammaktien, 3,75 Milliarden US-Dollar in Depositary Shares sowie ein „At-the-Market“-Programm über 2 Milliarden US-Dollar. Medienberichten zufolge soll das frische Kapital den Einkauf von Komponenten für den mehr als 39 Milliarden US-Dollar schweren Auftragsbestand im KI-Server-Geschäft finanzieren.
Auf institutioneller Seite bauten mehrere Investoren ihre Positionen aus: Die Tschechische Nationalbank erhöhte ihren Anteil im zweiten Quartal 2026 um 16,9 Prozent, Quantinno Capital Management stockte im ersten Quartal um 49 Prozent auf. BlackRock aktualisierte ebenfalls seine Meldepflichten zur Beteiligung.
Parallel dazu wandelten mehrere Führungskräfte, darunter CEO Charles Liang und CFO David Weigand, am 10. August Restricted Stock Units in Aktien um – ein bei Vergütungsprogrammen üblicher Vorgang, der nicht als Verkaufssignal zu werten ist.
Mit einem Abstand von 32 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt und einem RSI von 71,2 signalisieren die technischen Indikatoren eine überkaufte Marktlage. Zum bisherigen Jahreshoch von 58,78 US-Dollar, erreicht im Oktober, fehlen der Aktie derzeit noch 32 Prozent. Die nächsten Geschäftszahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 will Super Micro am 3. November veröffentlichen.
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