Süss MicroTec Aktie: Auftragsbestand springt auf 474 Millionen
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 04:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nachfrage nach Fertigungslösungen für die Halbleiterindustrie hat dem Ausrüstungsspezialisten Süss MicroTec ein historisch hohes Auftragsvolumen beschert.
Während die Aktie am vergangenen Freitag bei 68,25 Euro schloss, verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 75 Prozent. Hinter dieser Entwicklung steht ein beachtlicher Zuwachs an Neubestellungen, der dem Unternehmen eine hohe Planungssicherheit weit über das laufende Turnusjahr hinaus verschafft.
Hohe Nachfrage aus der KI-Lieferkette
Verantwortlich für die gefüllten Orderbücher ist vor allem der Ausbau von Kapazitäten in der weltweiten Chipherstellung. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der Auftragseingang von Süss MicroTec ein Niveau von 410 Millionen Euro. Allein das zweite Quartal steuerte mit 260,7 Millionen Euro einen neuen Höchstwert bei.
Maßgeblichen Anteil daran hatte das Geschäft mit Schlüsselkunden aus der KI-Chipmodul-Wertschöpfungskette. Der größte Einzelauftrag des zweiten Quartals belief sich auf rund 115 Millionen Euro für spezialisierte Coating-Lösungen.
Bis zum Ende des ersten Halbjahres schwoll der gesamte Auftragsbestand auf den Rekordwert von 473,7 Millionen Euro an. Bemerkenswert dabei: Ein Volumen von rund 220 Millionen Euro ist bereits für Auslieferungen im Geschäftsjahr 2027 fest eingeplant.
Strategische Initiativen im Halbleiterbereich
Um die eigene Marktposition weiter auszubauen, setzt das Management neben den bestehenden Produktlinien auf ergänzende Technologien. Vor gut drei Wochen vereinbarte das Unternehmen eine strategische Zusammenarbeit mit Manz Asia. Ziel der Partnerschaft ist die gemeinsame Entwicklung von Inkjet-Systemen für das sogenannte Advanced Packaging sowie die Ausweitung der Aktivitäten im Bereich des Panel-Level-Packaging.
In dieser Kooperation verbindet das Unternehmen sein Know-how in Halbleiterprozessen mit der Fertigungserfahrung des Partners. Branchenschätzungen beziffern das weltweite Marktvolumen für Inkjet-Lösungen in diesem Segment auf mehr als 800 Millionen US-Dollar bis zum Jahr 2030. Die Initiative soll die Beschichtungstechnologien des Konzerns langfristig stärken.
Ziele für das Gesamtjahr bestätigt
Trotz zwischenzeitlicher Schwankungen im Quartalsverlauf hält das Management an den Zielmarken für das Gesamtjahr 2026 fest. Angestrebt wird ein Jahresumsatz in einer Spanne von 425 bis 485 Millionen Euro. Bei der Profitabilität peilt das Unternehmen eine Bruttomarge zwischen 35 und 37 Prozent sowie eine EBIT-Marge im Bereich von 8 bis 10 Prozent an.
Die hohe Visibilität durch den Auftragsbestand bietet eine solide Basis für das Erreichen dieser Vorgaben. Entscheidend für den weiteren Geschäftsverlauf wird sein, wie reibungslos die Abarbeitung des hohen Auftragsvolumens in den Produktionsstätten gelingt und ob die Nachfrageimpulse aus dem Bereich der Hochleistungschips in den kommenden Monaten stabil bleiben.
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