Südzucker Aktie: Rally verpufft schnell
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kräftige Kurssprünge und ein ebenso kräftiger Rückzug – die Südzucker-Aktie hat am Montag vorgeführt, wie schnell Euphorie an der Börse wieder verfliegen kann. Zeitweise ging es um fast acht Prozent auf über 13 Euro nach oben, das höchste Niveau seit Sommer 2024. Am Ende blieb davon nur ein Bruchteil übrig.
Auslöser waren starke Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal 2026/27, das am 28. Februar endet. Das operative Ergebnis kletterte um gut 80 Prozent auf 168 Millionen Euro. Haupttreiber war die Tochter Cropenergies, die von höheren Ethanolpreisen profitierte, sowie das Geschäft mit Spezialitäten, das mit steigenden Absatzmengen punktete.
Prognose angehoben, aber mit Haken
Der Konzern reagierte auf die guten Quartalszahlen mit angehobenen Jahreszielen. Beim operativen Gewinn hob Südzucker das untere Ende der Spanne von 480 auf 540 Millionen Euro an, das obere Ende blieb bei 680 Millionen Euro. Die Umsatzprognose wurde gleich an beiden Enden um 200 Millionen Euro nach oben korrigiert, auf nun 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro.
Was zunächst nach einer klaren Erfolgsmeldung aussah, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als gemischtes Bild. Barclays-Analyst Alex Sloane verwies darauf, dass die neue Ebitda-Spanne im Mittel einen Wert von 610 Millionen Euro impliziert – ein Plus von rund 5 Prozent gegenüber der alten Zielgröße, aber deutlich unter seiner eigenen Schätzung von 676 Millionen Euro. Der Bloomberg-Konsens lag zuvor bei 602 Millionen Euro.
Kritisch merkte der Analyst an, dass es trotz der insgesamt positiven Mitteilung keine neuen Informationen zum Zucker-Segment gab. Genau dieser Bereich gilt aber als der entscheidende Faktor für die Geschäftsjahreszahlen 2027/28. Im Handel wurde zudem bemängelt, dass die Ebitda-Prognose nicht mit dem stärkeren Umsatzausblick Schritt halten könne – angesichts der ohnehin schon gestiegenen Zuckerpreise der vergangenen Monate kamen die Zahlen für manche Marktteilnehmer zudem nicht gänzlich überraschend.
Charttechnisch bleibt die 13-Euro-Marke die entscheidende Hürde. Nachdem sie am Morgen kurz überwunden wurde, rutschte die Aktie im Tagesverlauf wieder darunter zurück und pendelte sich in der Nähe der 21-Tage-Linie bei rund 12,52 Euro ein. Ob der Ethanolmarkt seine Stärke hält, dürfte nach Einschätzung von Barclays darüber entscheiden, ob beim Umsatz noch Luft nach oben bleibt.
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