Sturm Ruger Aktie: Beretta greift zu
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der italienische Waffenhersteller Beretta will seine Beteiligung an Sturm Ruger deutlich ausbauen. Von derzeit 10 Prozent soll der Anteil auf 25 Prozent steigen — ein Schritt, der Beretta zugleich das Recht einräumt, zwei Sitze im Board des amerikanischen Konkurrenten zu besetzen. Die Offerte soll bereits in den kommenden Stunden folgen.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Erst am Mittwoch hatte Sturm Ruger mitgeteilt, dass die regulatorischen Bedingungen der im Mai vereinbarten strategischen Kooperation mit Beretta Holding erfüllt seien. Als direkte Konsequenz beschloss der Board einstimmig, den Ablauf des unternehmenseigenen Rights Plan vorzuziehen — statt zum 13. Oktober 2026 endete das Programm bereits mit Geschäftsschluss am 16. September 2026.
Rights Plan fällt, Weg ist frei
Ein Rights Plan dient normalerweise als Abwehrmechanismus gegen unerwünschte Übernahmeversuche. Sein vorzeitiges Ende signalisiert, dass der Vorstand die vertiefte Beteiligung von Beretta als im Interesse der Aktionäre bewertet und dem Partner bewusst mehr Spielraum einräumt. CEO Todd Seyfert sprach von den "natürlichen nächsten Schritten" der im Mai geschlossenen Vereinbarung und betonte, das Unternehmen bleibe auf seine Strategie fokussiert.
Die Bedingungen der ursprünglichen Kooperationsvereinbarung bleiben unverändert. Was sich ändert, ist der Einfluss: Mit zwei Boardsitzen würde Beretta erstmals direkten Zugriff auf die strategischen Entscheidungen von Sturm Ruger erhalten — ein deutlicher Schritt über die bisherige Rolle als reiner Kapitalgeber hinaus.
Die Aktie schloss zuletzt bei 37,08 Dollar, nachbörslich zog der Kurs leicht auf 37,28 Dollar an. Größere Ausschläge blieben bislang aus, was darauf hindeutet, dass der Markt die Aufstockung als logische Fortsetzung der bereits im Mai bekannten Partnerschaft einordnet, nicht als Überraschung.
Ob Beretta die Offerte tatsächlich noch am heutigen Donnerstag vorlegt, dürfte sich kurzfristig zeigen. Mit dem Wegfall des Rights Plan und den erfüllten regulatorischen Auflagen sind die formalen Hürden für eine höhere Beteiligung jedenfalls beseitigt.
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