Sterling & Wilson: 5,8-Prozent-Sturz trotz Großaufträgen
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 13:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Sterling and Wilson Renewable Energy verzeichnet am heutigen Donnerstag einen deutlichen Kursverlust von 5,8 Prozent. Das Papier fiel im indischen Handel auf 164,82 INR zurück und notiert damit nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 163,02 INR.
Für die deutliche Abwärtsbewegung am Markt gab es am Handelstag keine unmittelbar ersichtlichen Unternehmensnachrichten. Weder meldete die Gesellschaft neue operative Entwicklungen, noch wurden kursbewegende Vorkommnisse offiziell bestätigt. Marktteilnehmer sahen sich somit vor allem mit den Nachwirkungen der Mitteilungen aus den vorangegangenen Tagen konfrontiert.
Großaufträge im Volumen von über 985 Crore INR
Dabei hatte das Unternehmen am 22. September noch operative Erfolge gemeldet. Sterling and Wilson sicherte sich Neuaufträge im Gesamtwert von mehr als 985 Crore INR. Zu den Projekten gehört ein Balance-of-System-Auftrag über 534,3 MWp im indischen Bundesstaat Rajasthan.
Parallel dazu verbuchte der Konzern zwei internationale Aufträge für Batteriegroßspeicher in Südafrika. Diese Turnkey-BESS-Vorhaben umfassen eine Gesamtkapazität von 616 MWh. Die Auftragsvergabe unterstreicht die Bemühungen des Unternehmens, seine Präsenz sowohl im heimischen Solarsektor als auch im wachsenden internationalen Speichermarkt auszubauen.
Die Erweiterung des Auftragsbuchs sollte die mittelfristige Auslastung der Projekte stärken. Dennoch traten zuletzt auch regulatorische und steuerliche Belastungsfaktoren in den Fokus der Anleger, die für Verunsicherung sorgten.
Steuerforderung der Behörden in Rajasthan
Das Unternehmen machte am 22. September eine Zahlungsaufforderung der CGST-Behörde in Jaipur öffentlich. Die Steuerbehörde fordert einen Gesamtbetrag von 27,72 Crore INR. Diese Summe setzt sich aus einer Steuernachforderung in Höhe von 13,86 Crore INR und einer Strafe in gleicher Höhe zusammen, jeweils zuzüglich anfallender Zinsen.
Der Bescheid bezieht sich auf den Zeitraum von November 2020 bis November 2021. Sterling and Wilson teilte in der Pflichtmitteilung mit, dass ein wesentlicher Teil dieser Forderung durch eine Freistellungsvereinbarung mit den Altgesellschaftern abgedeckt sei.
Das Management geht davon aus, dass die Angelegenheit keine wesentlichen operativen Auswirkungen auf das laufende Geschäft haben wird, und prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die Verfügung.
Zu den operativen Belastungen kam hinzu, dass das Unternehmen seine Teilnahme an einer für den 24. September geplanten Investorenkonferenz von JM Financial Services absagen musste. Als Begründung wurden andere geschäftliche Dringlichkeiten angeführt. Anleger blicken nach den jüngsten Kurseinbußen nun darauf, ob die Unterstützung am aktuellen Jahrestief verteidigt werden kann.
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