Stellantis Aktie: Rutscht auf 52-Wochen-Tief
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 06:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine schwere Gewinnwarnung aus Wolfsburg hat vor dem Wochenende die europäische Automobilbranche erfasst und auch die Aktie von Stellantis spürbar nach unten gezogen. Das Papier des Vielmarkenkonzerns büßte am Freitag 4,1 Prozent ein und ging bei 4,21 Euro aus dem Handel.
Auslöser des breiten Branchenabverkaufs war eine Mitteilung der Volkswagen AG, die ihren Ausblick drastisch stutzte und Einmaleffekte in Höhe von 10 Milliarden Euro anführte. Laut Bloomberg gerieten daraufhin Automobilwerte auf breiter Front unter Verkaufsdruck. Nach Angaben von Reuters sank der europäische Teilindex für Fahrzeuge und Zulieferer an diesem Tag um 3,4 Prozent.
Für Stellantis lagen am Freitag keine eigenen kursbewegenden Unternehmensnachrichten vor. Die Abgaben spiegelten vor allem die wachsende Nervosität der Anleger gegenüber dem gesamten Sektor wider, nachdem sich bereits in den Tagen zuvor fundamentale Bedenken gemehrt hatten. Im Tief notierte der Titel am Freitag bei 4,16 Euro, was zugleich einem neuen 52-Wochen-Tief entsprach.
Skepsis bei Analysten nimmt zu
Der jüngste Kursrutsch folgt auf eine Reihe deutlicher Abstufungen durch Banken im Laufe der vergangenen Woche. Am Mittwoch stufte Berenberg die Aktie von Stellantis von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 7,80 Euro auf 5,10 Euro.
Das Analysehaus verwies auf einen schwachen operativen Hebel bei der Mengenerholung, insbesondere im wichtigen nordamerikanischen Markt. Zudem drohe im zweiten Halbjahr zusätzlicher Gegenwind durch den Abbau von Lagerbeständen. In der Folge reduzierte Berenberg die Prognosen für das operative Ergebnis von Stellantis für die Jahre 2026 bis 2028 um rund 15 Prozent.
Bereits am Montag hatte Morgan Stanley das Votum für Stellantis von „Equal Weight“ auf „Underweight“ gesenkt. Das Kursziel stuften die Analysten der US-Bank von 8,00 Dollar auf 5,20 Dollar zurück.
Als Begründung nannten sie Verzögerungen in der Produktpipeline, eine ins Stocken geratene Erholung im US-Geschäft sowie den zunehmenden Wettbewerbsdruck in den Kernmärkten. Damit zeichnen führende Häuser ein vorsichtiges Bild für die kommenden Quartale.
Modelloffensive soll Gegensteuern
Dem anhaltenden Gegenwind versucht das Management mit operativen Initiativen und Modellankündigungen zu begegnen. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, plant Stellantis auf dem Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober einen umfangreichen Auftritt.
Geplant sind neun Konzeptfahrzeuge von acht Marken sowie über 60 Fahrzeuge. Neben Kernmarken wie Peugeot, Citroën, Fiat und Opel sollen auch Fahrzeuge von DS Automobiles, Alfa Romeo, Lancia und Leapmotor präsentiert werden.
Parallel dazu stellte die Nutzfahrzeugsparte Stellantis Pro One auf der IAA Transportation in Hannover unter anderem das Flottenbetriebssystem Pro One NEXT sowie drei Weltpremieren vor. Zudem vereinbarte die Sparte mit UQI Robotics ein Konzept für autonome Lieferungen auf der letzten Meile für den europäischen Markt.
Auch bei der Restrukturierung ungenutzter Kapazitäten zeichnen sich Schritte ab: Mit dem kanadischen Panzerfahrzeughersteller Roshel unterzeichnete Stellantis am 11. September eine Absichtserklärung über einen möglichen Verkauf des stillgelegten Montagewerks in Brampton nahe Toronto. Ob diese Schritte ausreichen, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen, müssen die nächsten Monate zeigen.
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