Stellantis Aktie: Ram 1500 REV verspätet sich
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 06:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Stellantis geriet gestern erneut unter Verkaufsdruck und verzeichnete ein Minus von 3,3 %. Damit setzt sich die schwierige Jahresentwicklung des Automobilkonzerns fort, dessen Wert seit Jahresbeginn bereits um 51 % eingebrochen ist.
Als wesentlicher Belastungsfaktor kristallisieren sich Verzögerungen bei der Markteinführung strategisch wichtiger Elektromodelle für den US-Markt heraus, die das Vertrauen der Anleger in die kurzfristige Erholung des Konzerns dämpfen.
Verzögerungen bei Ram und Jeep belasten den Kurs
Medienberichten zufolge muss Stellantis den Zeitplan für seine elektrifizierten Hoffnungsträger im Pickup- und SUV-Segment anpassen. Die Produktion des Jeep Grand Wagoneer EREV (Extended-Range Electric Vehicle), die ursprünglich für Mai dieses Jahres vorgesehen war, verschiebt sich nach Angaben aus Zuliefererkreisen auf November.
Noch deutlicher fällt die Verzögerung beim Ram 1500 REV aus: Der voll elektrische Pickup soll nun erst Mitte April 2027 auf den Markt kommen, nachdem zuvor ein Verkaufsstart Mitte 2026 angestrebt worden war.
Wie Automotive News unter Berufung auf Führungskräfte von Zulieferunternehmen berichtet, dienen diese Anpassungen dazu, einen reibungsloseren Produktionsanlauf zu gewährleisten. Für Investoren wiegen diese Nachrichten jedoch schwer, da die US-Sparte traditionell der wichtigste Ertragsbringer des Konzerns ist und die verspätete Markteinführung neuer Modelle die Aufholjagd gegenüber Wettbewerbern im Bereich der Elektromobilität erschweren könnte.
Produktionseinstellungen und Management-Umbau
Zusätzlich zu den Verzögerungen in Nordamerika kämpft Stellantis mit operativen Problemen in Europa. Am Dienstag der vergangenen Woche musste der Konzern die Produktion im italienischen Werk Mirafiori einstellen. Laut Reuters waren Engpässe in der Lieferkette ausschlaggebend für diesen Schritt, der die bereits angespannte Lage in der Fertigung weiter verschärft.
Um auf die anhaltenden Herausforderungen zu reagieren, hat der Konzern Ende August umfangreiche personelle Veränderungen vorgenommen. Arnaud Belloni wurde zum CEO der Marken FIAT, Abarth und Lancia sowie zum Chief Marketing Officer für Europa ernannt.
Parallel dazu übernahm Xavier Chardon die Leitung von DS Automobiles zusätzlich zu seiner Rolle als Citroën-Chef. Mit neuen Führungskräften in Schlüsselpositionen für Kommunikation und Regulierung, darunter Stephanie Hartgrove als Chief Communications Officer, versucht das Unternehmen, seine strategische Ausrichtung zu stabilisieren.
Analysten skeptisch vor Investorenkonferenz
Die Markterwartungen bleiben gedämpft, was sich auch im Kursverlauf widerspiegelt. Die Aktie notiert mit 4,65 € derzeit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 6,67 €.
Der Analyst Schneider bestätigte am vergangenen Freitag seine Verkaufsempfehlung für das Papier. Als Gründe nannte der Experte eine anhaltend schwache Performance des Konzerns, drohende Risiken für das Kreditrating sowie langwierige Herausforderungen bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie.
Ein wichtiger Termin für die Einordnung der weiteren Entwicklung steht unmittelbar bevor: Am morgigen Donnerstag wird CEO Antonio Filosa an der Jefferies Global Industrials Conference teilnehmen. Anleger erhoffen sich von diesem Auftritt am Nachmittag europäischer Zeit konkretere Aussagen zur Lösung der Lagerprobleme in den USA und zum Fortschritt der Modelloffensive.
Bereits in den vergangenen Monaten hatten namhafte Analysehäuser wie die UBS und J.P. Morgan ihre Einschätzungen reduziert, wobei insbesondere das hohe Inventarniveau bei US-Händlern als strukturelles Risiko thematisiert wurde.
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