Stellantis, Aktie

Stellantis Aktie: 50-Prozent-Zölle ab Januar 2027

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stellantis verdreifacht operatives Ergebnis im Q2 2026, sieht sich aber mit neuen US-Zöllen auf Kanada-Importe konfrontiert. Analysten bleiben gespalten.

Stellantis-CEO Filosa: Operative Fortschritte trotz US-Zoll-Drohungen
Moderne automatisierte Fertigungsanlage in einer Industriehalle mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Stellantis-CEO Antonio Filosa sieht den Automobilkonzern operativ auf dem Weg der Besserung. Am heutigen Mittwoch erklärte der Konzernchef, dass das Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 bei allen wesentlichen Kernkennzahlen Fortschritte erzielt habe. Diese positiven Signale aus der Zentrale treffen jedoch auf ein schwieriges politisches Umfeld in Nordamerika, das den Sektor am Kapitalmarkt belastet.

Massive Zollandrohungen belasten Nordamerika-Geschäft

Die Unsicherheit im Automobilsektor hat sich durch neue handelspolitische Spannungen zwischen den USA und Kanada verschärft. Donald Trump kündigte an, ab dem 1. Januar 2027 Zölle in Höhe von 50 Prozent auf alle Fahrzeuge, Teile und Stahlimporte aus Kanada zu erheben. Diese Maßnahme würde die Lieferketten von Stellantis empfindlich treffen, da das Unternehmen wichtige Produktionsstandorte in Kanada unterhält.

Die Regierung in Kanada reagierte bereits auf die Drohungen und kündigte eigene Vergeltungsmaßnahmen an. Ab dem 8. September sollen Gegenzölle auf US-Exporte im Wert von rund 27,6 Milliarden US-Dollar in Kraft treten, wobei insbesondere Stahl, Aluminium und landwirtschaftliche Produkte im Fokus stehen. Diese Eskalation im Handelsstreit belastete den Kurs von Stellantis bereits zu Wochenbeginn, als die Aktie am Montag um rund 4 Prozent nachgab.

Operative Wende im zweiten Quartal

Trotz des schwierigen Marktumfelds verweist das Management auf deutliche Fortschritte beim laufenden Turnaround-Plan. Nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Nettoverlust von 1,87 Milliarden Euro verbucht werden musste, konnte Stellantis sein operatives Ergebnis im zweiten Quartal 2026 mehr als verdreifachen. CEO Filosa betonte am heutigen Mittwoch, dass sich das Unternehmen auf einer Trajektorie der graduellen Verbesserung befinde.

Parallel dazu treibt der Konzern seine langfristige Strategie für den US-Markt voran. Das Unternehmen weitet seine Investitionen in das Werk Belvidere auf mehr als 800 Millionen US-Dollar aus.

Dort soll die nächste Generation des Jeep Cherokee produziert werden, wobei die Pilotfertigung für die erste Hälfte des Jahres 2028 angesetzt ist. Das Vorhaben ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms, das über vier Jahre ein Volumen von 13 Milliarden US-Dollar vorsieht.

Analystenentscheidungen und Marktpositionierung

Die Experten zeigen sich angesichts der politischen Risiken und der operativen Fortschritte zwiegespalten. Die Analysten von TD Cowen bestätigten am heutigen Mittwoch ihre Einstufung mit „Hold“ und einem Kursziel von 6 US-Dollar. Morgan Stanley sieht hingegen mit einem Zielwert von 7,10 Euro deutlich mehr Potenzial, während Häuser wie HSBC und Bernstein ihre Kursziele zuletzt auf 4 Euro gesenkt hatten.

Zusätzliche strategische Optionen betreffen die mögliche Produktion chinesischer Marken wie Leapmotor in nordamerikanischen Werken, um ungenutzte Kapazitäten auszulasten. Dies könnte insbesondere das Werk in Brampton betreffen, dessen Zukunft nach dem Ende der Fertigung bisheriger Modelle derzeit ungewiss ist.

An der Börse bleibt die Stimmung gedrückt: Der aktuelle Kurs der Stellantis-Aktie liegt bei 4,44 €, was einem Rückgang von rund 53 % seit Jahresanfang entspricht. Damit notiert das Papier etwa 58 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.

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