Statkraft, Aktie

Statkraft Aktie: Beschwerde aus Chile

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 18:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mapuche-Williche-Gemeinden werfen Statkraft Verletzung indigener Rechte vor. Norwegische Behörde prüft den Fall mit hoher Priorität.

Statkraft Aktie: Indigene Beschwerde aus Chile trifft norwegischen Staatskonzern
Moderne Windkraftanlagen in einer kargen chilenischen Wüstenlandschaft Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mapuche-Williche-Gemeinden aus Südchile haben in Norwegen eine Beschwerde gegen Statkraft eingereicht. Grundlage ist das norwegische Transparenzgesetz, das Unternehmen zur Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten verpflichtet. Der Vorwurf: Beim Wasserkraftwerk Rucatayo und dem Projekt Los Lagos am Pilmaiquén-Fluss seien indigene Rechte nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Eingereicht wurde die Beschwerde von der Aylla Rewe del Ngen Mapu Kintuantü, einer autonomen Organisation, die nach eigenen Angaben mehr als 150 Gemeinden in der Region vertritt.

Im Zentrum steht die Sorge um mögliche Überflutungen kulturell bedeutsamer Gebiete sowie um das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung. Die norwegische Verbraucherbehörde soll den Fall nun prüfen — mit Priorität, wie die Beschwerdeführer fordern, da irreversible Schäden drohen.

Brisant wird der Fall dadurch, dass Statkraft vollständig im Besitz des norwegischen Staates steht. Die Beschwerde stellt damit nicht nur das Unternehmen infrage, sondern auch, wie Norwegen seine menschenrechtlichen Verpflichtungen bei Auslandsaktivitäten staatseigener Firmen umsetzt. Im September wollen Vertreterinnen der Mapuche-Williche nach Norwegen reisen, um dort Gespräche mit Behörden und Zivilgesellschaft zu suchen.

Parallel dazu: Millioneninvestition in Norwegen

Während die Beschwerde für Aufmerksamkeit sorgt, treibt Statkraft im Heimatmarkt sein Modernisierungsprogramm voran. Rund 460 Millionen norwegische Kronen investiert der Konzern in neue Steuerungssysteme für das Vikfalli-Wasserkraftsystem in der Gemeinde Vik. Die drei Kraftwerke Målset, Refsdal und Hove erzeugen zusammen jährlich etwa 860 Gigawattstunden — genug für rund 50.000 norwegische Haushalte.

Die Erneuerung der Leittechnik gilt als Vorbereitung auf den geplanten Umbau des Übertragungsnetzes auf 420 Kilovolt, der ab etwa 2031 starten soll, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. ABB wurde als Lieferant der neuen Systeme ausgewählt.

Die Vikfalli-Modernisierung steht dabei exemplarisch für ein deutlich größeres Vorhaben: Statkraft plant, in den kommenden zehn Jahren rund 80 Milliarden norwegische Kronen in Norwegen zu investieren, davon der Großteil in die Instandhaltung bestehender Wasserkraftwerke.

Zwei Nachrichten, ein Konzern — auf der einen Seite die Kritik indigener Gemeinden in Chile, auf der anderen der milliardenschwere Ausbau der heimischen Infrastruktur. Wie die norwegische Verbraucherbehörde mit der Beschwerde umgeht, dürfte auch für andere staatseigene Energiekonzerne mit internationalen Wasserkraftprojekten von Bedeutung sein.

Anzeige

Statkraft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Statkraft-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:

Die neusten Statkraft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Statkraft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Statkraft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | XS2779793061 | STATKRAFT | boerse | 69965730 |