Stanley Black & Decker Aktie: Zölle bescheren Gewinnsprung
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Werkzeughersteller hat im dritten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen, allerdings mit kräftiger Hilfe von außen. Rückerstattete Zölle schieben Gewinn und Marge an. Ohne diesen Sondereffekt fällt das Bild nüchterner aus.
Zollerstattungen treiben das Ergebnis
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,31 Dollar, Analysten hatten mit 1,56 Dollar gerechnet. Rund 0,67 Dollar davon stammen aus netto erstatteten IEEPA-Zöllen. Die bereinigte Bruttomarge sprang auf 39,4 Prozent, wovon etwa 4,3 Prozentpunkte auf die Erstattungen entfallen.
Der Umsatz entsprach mit 3,73 Milliarden Dollar den Prognosen. Er sank um ein Prozent, vor allem wegen des Verkaufs des Luftfahrtzulieferers CAM. Organisch wuchs der Konzern um vier Prozent.
Im Gesamtjahr 2025 stand für das dritte Quartal noch ein bereinigter Gewinn von 1,43 Dollar je Aktie zu Buche. Der GAAP-Gewinn kletterte von 51 Millionen auf 272 Millionen Dollar.
Werkzeuge stark, Befestigungstechnik schwächelt
Die Sparte Tools & Outdoor legte organisch um vier Prozent zu, getragen von Elektrowerkzeugen sowie dem US-Handel und dem gewerblichen Geschäft. In Nordamerika waren es sogar sechs Prozent. Preisnachlässe und der Wechsel zu einem Lizenzmodell für benzinbetriebene Rasengeräte bremsten allerdings den ausgewiesenen Umsatz.
Engineered Fastening wuchs organisch um zwei Prozent. Die Autonachfrage blieb jedoch unter den Erwartungen und drückte die bereinigte Segmentmarge auf 11,7 Prozent, gut einen Prozentpunkt weniger als vor einem Jahr. Hinzu kam eine Wertminderung im Zusammenhang mit dem Excel-Geschäft.
Höhere Prognose, neues Rückkaufprogramm
Der Vorstand hebt die Jahresprognose an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 2026 zwischen 5,95 und 6,25 Dollar liegen, bisher waren 5,20 bis 5,80 Dollar angepeilt. Der Analystenkonsens lag bei 5,60 Dollar. Der freie Cashflow soll nun 1,0 bis 1,2 Milliarden Dollar erreichen, zuvor waren es 600 bis 800 Millionen.
Außerdem hat der Verwaltungsrat am 29. Oktober ein neues Rückkaufprogramm über bis zu eine Milliarde Dollar genehmigt. Es läuft bis Oktober 2029. Im dritten Quartal setzte der Konzern bereits Rückkäufe über 250 Millionen Dollar um und schöpfte die vorherige Ermächtigung damit vollständig aus.
Marktbeobachter dürften vor allem die Qualität der Zahlen prüfen. Elf negative Gewinnrevisionen in den vergangenen 90 Tagen zeigen, wie skeptisch das Analystenlager zuletzt war. Die Aktie schloss zuletzt bei 104,62 Dollar. Die Details zu den Annahmen hinter der Prognose lieferte das Management in der Telefonkonferenz am Mittwochmorgen.
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