Stadler Rail Aktie: SBB Cargo bestellt 36 Lokomotiven
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 02:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Zughersteller Stadler Rail sieht das Fundament für eine nachhaltige Rückkehr zu höherer Profitabilität gelegt. Nach den schweren Belastungen durch Unterbrechungen der Lieferketten und Unwetterschäden der vergangenen Jahre greifen die eingeleiteten Gegenmaßnahmen spürbar.
An der Börse honorieren Anleger die Fortschritte: Die Aktie schloss gestern bei 32,04 Euro, was einem Tagesgewinn von 2,1 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit ein Plus von 48 Prozent.
Operative Stabilisierung vor dem Führungswechsel
Konzernchef Markus Bernsteiner erklärte gestern gegenüber der Schweizer Zeitung «Finanz und Wirtschaft», er habe vor seinem angekündigten Rücktritt die wesentlichen operativen Baustellen bereinigen wollen. Dazu zählten die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die Verwerfungen durch den Ukraine-Krieg sowie drei schwere Überschwemmungen.
Die Folgen der Unwetter aus dem Jahr 2024 sollen bei Kosten und Auslieferungsrückständen zwar noch bis 2027 spürbar bleiben. Dennoch wies Bernsteiner darauf hin, dass die Maßnahmen griffen und sich die Kennzahlen wieder in die richtige Richtung bewegten.
Nach vier Jahren an der Unternehmensspitze und insgesamt 27 Jahren im Konzern übergibt Bernsteiner die operative Führung zum Jahresende an Philipp Brunner. Der künftige Konzernchef leitet gegenwärtig die Divisionen Zentraleuropa und Deutschland. Bernsteiner selbst soll künftig in den Verwaltungsrat wechseln.
Die finanzielle Erholung zeichnet sich im laufenden Turnus bereits ab. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Stadler Rail den Umsatz um 40 Prozent auf 2,0 Milliarden Schweizer Franken. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 peilt das Management erstmals ein Erlösvolumen von mehr als 5 Milliarden Schweizer Franken an. Die operative Marge vor Zinsen und Steuern soll dabei wieder über der Marke von 5 Prozent liegen.
Neuer Lokomotiven-Auftrag und Batterie-Offensive
Zusätzlichen Rückhalt liefert das Neugeschäft auf dem Heimatmarkt. SBB Cargo hat Stadler Rail den Zuschlag für 36 elektrische Mehrsystem-Lokomotiven erteilt. Der Vertrag umfasst zudem eine Option auf weitere 93 Einheiten. Die Auslieferung der Neubaufahrzeuge soll im Jahr 2027 beginnen.
Für die Schweizer Bundesbahnen bedeutet dies die erste Beschaffung einheimischer Lokomotiven seit der Baureihe Re 460 in den 1990er-Jahren. Gefertigt werden die Lokomotiven im spanischen Werk Valencia, wobei rund die Hälfte der Komponenten aus der Schweiz stammt.
Parallel treibt der Konzern den Ausbau alternativer Antriebe voran. Für den US-amerikanischen Markt präsentiert Stadler gemeinsam mit dem Verkehrsbetrieb Metra ab dem kommenden Sonntag in Chicago den ersten für den dortigen Pendlerverkehr konzipierten Batterie-Triebzug der FLIRT-Baureihe.
Metra bestellte acht dieser Einheiten für 154 Millionen US-Dollar. Auch in Europa zeigt Stadler Lösungen für teils nicht elektrifizierte Strecken und stellte eine Batterievariante für den regionalen Verkehr an der Bodenseegürtelbahn vor.
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