Stadler Rail Aktie: Drei FLIRT-Züge an Polen ausgeliefert
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 02:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Stadler Rail treibt den Ausbau seiner Fahrzeugflotten auf den europäischen Schienennetzen voran. Der Schweizer Zughersteller verzeichnete gestern Fortschritte bei Auslieferungen in Polen sowie neue Aufträge für Speziallokomotiven aus Italien. An den Finanzmärkten zeigte sich das Papier stabil: Im gestrigen Handel legte die Aktie um 0,8 Prozent zu und schloss bei 31,38 Euro.
Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die anhaltende Nachfrage nach modernen Fahrzeugplattformen für den Personen- und Güterverkehr. Vor allem bimodal betriebene Fahrzeuge und modulare Triebzüge ermöglichen es Bahnbetreibern, ältere Dieselflotten schrittweise zu modernisieren und strenge Abgasnormen einzuhalten.
Flottenausbau im polnischen Regionalverkehr
In Polen übergab Stadler Polska gestern drei weitere Elektrotriebzüge des Typs ER160 FLIRT an das Eisenbahnunternehmen Koleje Mazowieckie. Durch diese Lieferung wächst der Bestand des regionalen Betreibers auf insgesamt 105 Fahrzeuge der dritten FLIRT-Generation an. Das Beschaffungsvorhaben ist Teil eines Vertrags über 75 Triebzüge, die bis Ende 2027 vollständig ausgeliefert werden sollen.
Finanziert wird die polnische Flottenerweiterung maßgeblich über ein Förderprogramm der Europäischen Union, das Mittel in Höhe von 162 Millionen Z?oty bereitstellt. Die klimatisierten Züge bieten Platz für fast sechshundert Fahrgäste und erreichen im regionalen Liniennetz Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde.
Lokomotiven-Auftrag und neue Baureihen
Parallel dazu vermeldete das italienische Logistikunternehmen FS Logistix eine Bestellung für seine Tochtergesellschaft Mercitalia Shunting & Terminal. Stadler fertigt im spanischen Werk Valencia acht bimodale Lokomotiven der Modellreihe Eurolight Dual. Die vierachsigen Triebfahrzeuge kombinieren einen elektrischen Antrieb mit einem Dieselmotor der aktuellen Abgasstufe.
Der Zukauf ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms der italienischen Staatsbahn zur Flottenerneuerung, wie der Vorstandsvorsitzende von FS Logistix, De Filippis, hervorhob. Mercitalia betreibt bereits mehr als zweihundert Lokomotiven im Rangier- und Güterdienst. Das neu bestellte Fahrzeug soll am 22. September auf der Fachmesse InnoTrans in Berlin offiziell vorgestellt werden.
Zusätzlich präsentierte das Unternehmen technische Details zur neuen Lokomotivengeneration EURO DuFour. Diese Plattform ist für höhere Zugkräfte und verschiedene Antriebsvarianten ausgelegt, darunter elektrische Multisystem- und Hybridlösungen.
Netzinfrastruktur und Marktchancen
Trotz der soliden Auftragslage wirken sich externe Rahmenbedingungen auf einzelne Projekte aus. In Dänemark verzögert sich die Betriebsaufnahme von zehn neuen FLIRT-Akku-Zügen auf der Odsherredbane. Ursache hierfür sind Verzögerungen beim Ausbau der lokalen Stromnetzinfrastruktur, die für den regelmäßigen Ladebetrieb zwingend notwendig ist.
Zugleich bieten anstehende Großprojekte im europäischen Bahnsektor weiteres Potenzial für künftige Ausschreibungen, etwa bei der geplanten Erneuerung französischer Streckenlokomotiven. An der Börse spiegelt sich die gut gefüllte Projektpipeline im mittelfristigen Trend wider: Seit Jahresanfang verzeichnet die Stadler-Aktie einen Wertzuwachs von 45 Prozent.
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