SSE: Montrose wird Wartungsstandort für Berwick Bank B
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 10:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der britische Energiekonzern SSE treibt die Vorbereitungen für eines der größten Offshore-Windvorhaben Europas voran. Das Unternehmen bestimmte den schottischen Hafen Montrose als künftigen Betriebs- und Wartungsstandort für den geplanten Windpark Berwick Bank B. Über die auf mehr als 35 Jahre veranschlagte Betriebsdauer sollen dort 100 Vollzeitstellen für Techniker und Ingenieure entstehen, flankiert von rund 30 Arbeitsplätzen beim Umbau der bestehenden Hafenbüros.
Die Aktie von SSE verzeichnete heute im europäischen Handel einen Rückgang um 3,8 Prozent auf 28,10 Euro.
Großprojekt vor der schottischen Ostküste
Berwick Bank B ist mit einer geplanten Leistung von 1,4 Gigawatt der erste Teilabschnitt des Gesamtprojekts Berwick Bank, das rund 38 Kilometer vor der Ostküste Schottlands entstehen soll. SSE hatte sich bereits im Januar einen Differenzvertrag (Contract for Difference, CfD) mit 20 Jahren Laufzeit für diese 1,4 Gigawatt Kapazität gesichert. Die finale Investitionsentscheidung für Phase B wird für das kommende Jahr erwartet.
Das Gesamtvorhaben umfasst drei geplante Phasen. Sollten auch die Phasen A und C in künftigen CfD-Auktionen erfolgreich sein und eine finale Bauentscheidung erhalten, könnte die Gesamtkapazität auf 4,1 Gigawatt anwachsen.
Ein Ausbau dieser Größenordnung könnte rechnerisch jährlich rund 6,5 Millionen britische Haushalte versorgen und mehr als 6 Prozent des aktuellen britischen Strombedarfs abdecken. In diesem Szenario würde die Zahl der dauerhaften Wartungs- und Betriebsstellen in Montrose auf fast 300 ansteigen.
Zusätzlichen Schub für den Hafenstandort bringt eine angekündigte Fertigungsanlage des Unternehmens Subsea Micropiles, das vor Ort mehr als 5 Millionen Pfund in Komponenten für schwimmende Offshore-Fundamente investieren will.
Netzausbau und Infrastrukturverträge
Parallel zu den Offshore-Aktivitäten schärft SSE die operative Aufstellung im Stromnetzgeschäft. Der Konzern vergab einen neuen Dreijahresvertrag an Cyberhawk für visuelle Inspektionen und Drohnenvermessungen im Übertragungs- und Verteilnetz der Töchter SSEN Transmission und SSEN Distribution. Die Vereinbarung beinhaltet eine Verlängerungsoption um zwei weitere Jahre und deckt zusätzlich Inspektionen an Offshore-Windturbinen ab.
SSE verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2030 insgesamt 33 Milliarden Pfund in Energieinfrastruktur zu investieren. Dabei kombiniert das Unternehmen den Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten mit regulierten Übertragungs- und Verteilnetzen. Für Anleger bildet die anstehende Investitionsentscheidung zu Berwick Bank B im nächsten Jahr den nächsten wesentlichen Meilenstein bei der Umsetzung dieser milliardenschweren Ausbaupläne.
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