Sprout Social Aktie: Erstmals Gewinn in Sicht
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 17:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deSprout Social steuert auf eine Marke zu, die der Softwareanbieter seit dem Börsengang nie erreicht hat: ein Quartal mit Gewinn nach US-Rechnungslegung. Im vierten Quartal soll es so weit sein. Die Zahlen zum dritten Quartal liefern dafür eine solide Grundlage.
Marge auf Rekordniveau
Das Unternehmen hat Wall Street im dritten Quartal klar übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,45 Dollar, erwartet worden waren 0,29 Dollar. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 125,1 Millionen Dollar.
Stärker fiel die Profitabilität aus. Die bereinigte operative Marge erreichte 21 Prozent, ein Quartalsrekord. Der bereinigte freie Cashflow sprang um 158 Prozent auf 26,7 Millionen Dollar. Nach US-GAAP blieb zwar ein Nettoverlust von 6,5 Millionen Dollar, nach 9,4 Millionen im Vorjahresquartal. Die Lücke schrumpft jedoch.
Parallel dazu hat Sprout ein Aktienrückkaufprogramm von 50 Millionen Dollar gestartet. Allein im dritten Quartal flossen mehr als 26 Millionen Dollar in Rückkäufe, die laut Management auch die Verwässerung ausgleichen sollen.
Schwächen im unteren Kundensegment
Die Prognose für das Schlussquartal fiel beim Umsatz etwas vorsichtiger aus. Das Management erwartet 124,2 bis 125,2 Millionen Dollar und liegt damit leicht unter dem Analystenkonsens von 125,4 Millionen. Beim Gewinn je Aktie liegt die Spanne von 0,36 bis 0,38 Dollar dagegen über der Konsensschätzung von 0,35 Dollar.
Die Zurückhaltung hat konkrete Gründe. Bei Kunden mit 30.000 bis 50.000 Dollar Jahresumsatz kommen netto weniger neue Verträge hinzu, die Buchungen fielen schwächer aus als erwartet. Kunden prüfen Kosten und Nutzen genauer. Das Wachstum der Abonnementerlöse verlangsamte sich auf 7,6 Prozent, nach 9,7 Prozent im Vorquartal.
Bei größeren Kunden läuft es besser. Der Umsatzbeitrag der Kunden ab 30.000 Dollar wuchs um 18 Prozent. Der KI-Agent Trellis gewinnt in den Arbeitsabläufen der Kunden an Gewicht.
Analysten heben Ziele an
Stifel erhöhte das Kursziel auf 15 Dollar von 14 Dollar und bleibt bei "Buy". Das Haus rechnet mit einem Wachstum des freien Cashflows von mehr als 20 Prozent bis 2028. Treiber seien ein stabilisiertes Kerngeschäft, Trellis sowie Margenausweitung nach den Kostensenkungen.
Cantor Fitzgerald hob das Ziel deutlich auf 13 Dollar von 8 Dollar an. Needham bleibt bei 14 Dollar und "Buy". Die Aktie schloss vor den Zahlen bei 11,93 Dollar und legte nachbörslich um knapp drei Prozent zu.
Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen eine bereinigte operative Marge von rund 18 Prozent zum Jahresende in Aussicht, nach zuvor 17 Prozent. Bis zum vierten Quartal 2027 peilt es zudem 30 Prozent bei der "Rule of 40" an.
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