SpaceX Aktie: Starlink-Flotte zieht zur Westküste
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 09:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SpaceX vollzieht einen strategischen Umbau seiner Startkapazitäten. Alle Starlink-Missionen, die bislang von Falcon-9-Raketen an der Ostküste abgehoben sind, wandern zur Westküste ab. Grund ist der bevorstehende Erststart der Starship-Super-Heavy-Kombination aus Florida.
Vizepräsident Kiko Dontchev erklärte laut Spaceflight Now, künftig würden Starlink-Missionen aus Florida ausschließlich mit Starship geflogen. Die jüngste Mission Starlink 15-24 markiert bereits die dritte Fahrt seit dieser Ankündigung.
Drei neue Startanlagen in Florida
Der Umbau ist bereits sichtbar: SpaceX errichtet derzeit drei Starship-Starttürme in Florida, einen am Launch Complex 39A im Kennedy Space Center der NASA und zwei am Space Launch Complex 37 auf der Cape Canaveral Space Force Station. Ziel des Unternehmens ist es, noch vor Jahresende die erste Starship-Mission von Florida aus zu starten.
Parallel dazu lief das Tagesgeschäft unvermindert weiter: Am Sonntag brachte SpaceX 27 weitere Starlink-Satelliten von der zentralen Küste Kaliforniens ins All. Die Mission vom 1. September war bereits der 104. Orbitalstart des Unternehmens in diesem Jahr und die 79. Starlink-Mission 2026.
Diese hohe Startfrequenz erklärt auch die Dringlichkeit des milliardenschweren Ausbauprojekts in Louisiana. Ende August hatte SpaceX eine Investition von 100 Milliarden US-Dollar für den Bau von "Starbase Louisiana" in Vermilion Parish angekündigt.
Das Gelände erstreckt sich über rund 125.000 Acres bei Pecan Island und soll fünf Komplexe mit je zwei Starship-Türmen umfassen, macht in Summe zehn Startrampen.
Analysten von ARK Invest gehen davon aus, dass die Anlage später auf mehr als ein Dutzend Türme erweitert wird und dann rund 30 Flüge pro Tag ermöglichen soll, inklusive eigener Treibstoffproduktion, Stromerzeugung und Tiefwasserhafen. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, der erste Starship-Start von dort wird für 2029 angepeilt.
Rückschlag bei bemannter Mission
Nicht alles läuft nach Plan. Die für den 12. September geplante Crew-13-Mission zur Internationalen Raumstation verschiebt sich, nachdem Ingenieure von NASA und SpaceX bei den Startvorbereitungen ein Leck im Oxidator-System des Antriebssystems der Dragon-Kapsel entdeckt hatten.
Ein neuer Starttermin für die vierköpfige Besatzung steht bislang nicht fest. Der Vorfall zeigt, dass SpaceX trotz der aggressiven Expansionspläne bei bemannten Missionen weiterhin auf Nummer sicher geht.
Technologisch hatte das Unternehmen zuvor einen wichtigen Erfolg verbucht: Beim 13. Starship-Flug im Juli setzte SpaceX 20 neue Starlink-V3-Satelliten aus, die in der Fertigungsstätte in Redmond, Washington, entstehen und leistungsfähiger als frühere Baureihen sind. Zudem gelang der Oberstufe erstmals eine intakte sanfte Wasserung im Indischen Ozean, was erstmals detaillierte Aufnahmen des unversehrten Hitzeschilds lieferte.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich zuletzt eine leichte Konsolidierung: Der Kurs schloss am Freitag bei 127,36 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 2,9 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar von 11 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, ist das Papier weiterhin deutlich entfernt. Die hohe annualisierte Volatilität von 86 Prozent unterstreicht, wie sensibel der Markt auf die dichte Nachrichtenlage rund um Starship und die parallelen Grossprojekte reagiert.
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