SpaceX Aktie: Pivotal Research empfiehlt Kauf
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 15:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Pivotal Research hat die Coverage von SpaceX aufgenommen und empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 220 US-Dollar zum Kauf. Die Analysten setzen ihre Prognose deutlich über den aktuellen Handelskurs von 128,86 Euro und begründen ihren Optimismus mit dem Wiederverwendungspotenzial der Raumfahrzeuge des Unternehmens.
Im Zentrum der Einschätzung steht die Wirtschaftlichkeit der Starship-Flotte. Nach Berechnungen von Pivotal Research braucht SpaceX zwischen 20 und 50 Flüge pro Starship, um die Herstellungskosten wirtschaftlich zu rechtfertigen.
Diese Kennziffer ist entscheidend für die Marge des Unternehmens, das nach eigenen Zahlen einen Umsatz von 23 Milliarden US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten und eine Bruttomarge von rund 52 Prozent ausweist – bei einem Verlust von 2,27 US-Dollar pro Aktie.
Die Bewertungsspanne unter den Analysten reicht von 62 bis 450 US-Dollar, was die Unsicherheit über den künftigen Kurs der Raumfahrtaktie unterstreicht.
Lockup-Ablauf sorgt für Nervosität
Parallel zur Kaufempfehlung rückt ein technischer Faktor in den Fokus der Anleger: Am morgigen Mittwoch laufen Haltefristen für rund 319 Millionen Aktien aus, weitere 59 Millionen folgen am Tag darauf. Solche Lockup-Expiries gelten als Belastungsfaktor, weil Alt-Investoren dann erstmals Gewinne realisieren können.
Der aktuelle Kurs von 128,86 Euro liegt zwar rund 9,6 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, notiert aber weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro. Der Abstand zum bisherigen Hoch beträgt 34 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Aktie trotz der jüngsten Erholung noch nicht an alte Höchststände heranreicht.
Investor Ross Gerber bringt Tesla-Fusion ins Spiel
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt eine Wortmeldung des Investors Ross Gerber, der einen Zusammenschluss von SpaceX und Tesla als "highly likely" bezeichnet. Er verweist auf mögliche Synergien bei Kapitalallokation und Unternehmensführung. Eine offizielle Bestätigung durch die Unternehmen selbst liegt dazu bislang nicht vor, die Aussage bleibt Spekulation eines Marktbeobachters.
Neben den Bewertungsfragen treibt SpaceX auch regulatorisch neue Projekte voran. Beim Antrag an die US-Regulierungsbehörde FCC geht es um die Genehmigung für bis zu eine Million Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn, die als Basis für das orbitale KI-Rechenzentrum StarMind dienen sollen. Das Vorhaben, das nach der Übernahme von xAI im Februar angekündigt wurde, stößt bei Experten auf Skepsis.
Ein Marktbeobachter von Neuberger Berman ordnet die Technologie als "Next-Decade Event" ein und verweist auf ungelöste Probleme bei Kühlung und Strahlenbelastung im Vakuum. Ein weiterer Analyst gibt zu bedenken, dass die eingesetzten Chips angesichts der schnellen technologischen Entwicklung binnen wenigen Jahren veraltet sein könnten.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite steht die frische Kaufempfehlung mit ambitioniertem Kursziel, auf der anderen Seite die technische Belastung durch die anstehenden Aktienfreigaben und offene Fragen zur Wirtschaftlichkeit der Zukunftsprojekte. Die Volatilität der Aktie von 85 Prozent auf Jahresbasis deutet darauf hin, dass der Markt diese Unsicherheit bereits einpreist.
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