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SpaceX Aktie: Nasdaq-Anpassung am 21. September

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 12:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SpaceX profitiert voraussichtlich von höherem Nasdaq-100-Gewicht, starken Quartalszahlen und neuen Analystenzielen trotz hoher Investitionen.

SpaceX vor Nasdaq-100-Aufstieg: Milliarden-Zuflüsse und neue Kursziele
Abstrakte Darstellung einer futuristischen Rakete, die in den Weltraum aufsteigt, als Symbol für die Raumfahrtindustrie. Illustration mit AI erstellt.

Die Nasdaq-100-Anpassung rückt näher, und für SpaceX könnte sie zum Kurstreiber werden. Zum 21. September steigt das Indexgewicht der Aktie voraussichtlich von 1,25 Prozent auf etwa 1,51 Prozent, wie JPMorgan-Analysten errechnet haben.

Grund ist die gestiegene Streubesitzquote: Nach der Freigabe von mehr als einer Milliarde Aktien aus der Lock-up-Frist kletterte der frei handelbare Anteil von unter 10 Prozent auf rund 30 Prozent.

JPMorgan beziffert die daraus resultierenden passiven Käufe von Indexfonds auf 12,4 Milliarden Dollar, Morgan Stanley kalkuliert mit einer noch stärkeren Gewichtsanhebung auf bis zu 2,25 Prozent und entsprechend rund 15,5 Milliarden Dollar an Zuflüssen.

Der Zeitpunkt ist heikel, denn der Unlock-Kalender bleibt eng getaktet. Nach den ersten beiden Freigaben im August, die der Kurs jeweils gut verkraftete, steht am heutigen Mittwoch die dritte Tranche mit rund 700 Millionen Aktien an.

Weitere Pakete folgen am 24. September, 9. und 24. Oktober, bevor nach den Q3-Zahlen Mitte November mit etwa 1,3 Milliarden Aktien der größte Brocken freigesetzt wird. Insgesamt kommen bis zum vollständigen Auslaufen der Sperrfristen am 8. Dezember mehr als 2,3 Milliarden Aktien auf den Markt – Musks eigener Anteil bleibt davon unberührt und ist bis Juni 2027 gesperrt.

Analysten überbieten sich mit Kurszielen

Parallel zur Index-Debatte sorgt eine neue Analystenstimme für Aufsehen. Pivotal Research Group hat die Coverage von SpaceX mit "Buy" und einem Kursziel von 220 Dollar aufgenommen.

Analyst Jeffrey Wlodarczak begründet die Bewertung von rund 2 Billionen Dollar Unternehmenswert vor allem mit der Wiederverwendbarkeit von Starship: Gelinge es SpaceX, jedes Raumschiff 20- bis 50-mal einzusetzen, könnten die Startkosten um mehr als 90 Prozent sinken. xAI, Colossus und Starlink stuft er dabei lediglich als abgeleitete Chancen ein, nicht als Kerngeschäft. Wells Fargo bestätigte zuletzt sein "Overweight"-Rating mit einem Kursziel von 212 Dollar, der Analystenkonsens liegt bei rund 221 Dollar.

An der Börse in den USA reagierte die Aktie deutlich: Am Dienstag schloss SpaceX bei 153,47 Dollar, ein Plus von rund 3,7 Prozent, im deutschen Handel notiert das Papier aktuell bei 131,60 Euro und damit rund 12 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 117,51 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro bleibt die Aktie mit einem Abstand von 32 Prozent aber noch deutlich entfernt.

Geschäftszahlen und neue Erlösquellen

Untermauert wird die Kursfantasie durch das zweite Quartal 2026: Der Umsatz stieg um 91,9 Prozent auf 7,81 Milliarden Dollar, der Verlust je Aktie fiel mit minus 0,09 Dollar deutlich geringer aus als die erwarteten minus 0,26 Dollar. Das KI-Segment, entstanden nach der Übernahme von xAI im Februar, wuchs um 247 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig fahren die Investitionen massiv hoch: Für 2026 kalkuliert S&P Global mit Kapitalausgaben von rund 70 Milliarden Dollar, 2027 sollen sie auf fast 200 Milliarden Dollar steigen – unter anderem für eine neue Startanlage in Louisiana im Volumen von 100 Milliarden Dollar und die Chipfabrik Terafab für 17 Milliarden Dollar.

Auch beim Militär baut SpaceX seine Rolle aus. Für Donnerstag ist der Start der Mission USSF-153 von Vandenberg aus geplant, Teil des Starshield-Programms für 480 Satelliten. Der zugrunde liegende Vertrag über 2,29 Milliarden Dollar wurde ohne Ausschreibung vergeben, was Kritik von Senator Coons auf sich zog.

Zudem verhandelt SpaceX Berichten zufolge mit dem US-Verteidigungsministerium über den Verkauf von Rechenkapazität für Pentagon-Rechenzentren, ein Deal im Volumen mehrerer Milliarden Dollar.

Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild aus struktureller Nachfrage durch die Indexanpassung, wachsendem Analystenoptimismus und einer zunehmend diversifizierten Erlösbasis jenseits des klassischen Raketengeschäfts.

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