SpaceX: 378 Millionen Aktien kommen Mitte September frei
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 22:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SpaceX steht vor einem entscheidenden Termin: Am 9. und 10. September werden 378,1 Millionen Aktien aus der Haltefrist entlassen — 319,0 Millionen am ersten und 59,1 Millionen am zweiten Tag. Für Anleger stellt sich die Frage, ob der damit drohende Angebotsschub den jüngsten Kursaufschwung abwürgt.
Die Aktie notiert im deutschen Handel aktuell bei 128,78 Euro, ein Plus von 1,1 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier rund 12 Prozent zugelegt und liegt damit deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 118,00 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, trennen die Aktie derzeit aber noch rund 34 Prozent.
Analysten uneins über Kursziel
Die Meinungen an der Wall Street könnten kaum weiter auseinanderliegen. J.P. Morgan sieht ein Kursziel von 240 Dollar, Oppenheimer 280 Dollar, Morgan Stanley sogar 300 Dollar. Raymond James ragt mit 800 Dollar heraus.
Der Konsens aus 42 Analysten liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von rund 221 bis 228 Dollar, was gegenüber dem US-Schlusskurs von 147,95 Dollar am Freitag ein deutliches Aufwärtspotenzial signalisiert. Die Einstufung lautet mehrheitlich "Moderate Buy", mit 25 Kaufempfehlungen gegenüber sechs bis acht Halte- und wenigen Verkaufsvoten.
Dagegen warnt Motley-Fool-Analystin Selena Maranjian ausdrücklich vor einem Einstieg. Sie verweist auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 65 und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 194 — Bewertungsniveaus, die selbst nach Wachstumsstandards ambitioniert wirken. Hinzu kommt, dass bis Oktober über eine Milliarde Aktien aus Lock-up-Fristen freigegeben werden, was den Verkaufsdruck zusätzlich erhöhen könnte.
Auch Unternehmerkritiker Scott Galloway sieht deutlich tiefere Kurse zwischen 10 und 30 Dollar als möglich, sollte sich die Marktkapitalisierung von aktuell rund 1,93 Billionen Dollar als überzogen erweisen — er verweist zudem darauf, dass bislang nur 4 bis 5 Prozent der Aktien frei handelbar sind.
Operatives Bild: Wachstum bei anhaltenden Verlusten
Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 zeigen ein zweischneidiges Bild. Der Umsatz stieg um rund 92 Prozent im Jahresvergleich auf 7,81 Milliarden Dollar, der Nettoverlust belief sich auf 541 Millionen Dollar. Das ist zwar ein kleinerer Verlust als in Vorquartalen, in denen die Marke von einer Milliarde Dollar überschritten wurde, doch bleibt SpaceX nach eigenen Angaben operativ überwiegend auf sein Starlink-Geschäft angewiesen, während andere Sparten noch nicht profitabel arbeiten.
Parallel dazu treibt SpaceX seine physische Expansion voran: In Louisiana entsteht eine neue Starbase im Umfang von 100 Milliarden Dollar auf einer Fläche von 500 Quadratkilometern, mit Baubeginn 2027 und einem ersten Start 2029. Am Sonntag brachte eine Falcon-9-Rakete zudem 27 weitere Starlink-Satelliten von Vandenberg aus in den Orbit — bereits die 80. Starlink-Mission des Jahres.
Starship-Test als nächster Kurstreiber
Als nächster kurzfristiger Katalysator gilt der für Mitte September angesetzte Starship-Test 14. Bis dahin dürfte die Handelsspanne der Aktie vom Ringen zwischen fundamentaler Bewertungsskepsis und der Wachstumsstory rund um Starlink, Starship und die geplanten KI-Rechenzentren im All geprägt bleiben.
Ob die Aktie ihr Jahreshoch zurückerobert, hängt aus Analystensicht maßgeblich davon ab, wie der Markt die bevorstehende Aktienflut aus den Lock-up-Fristen verdaut.
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