SpaceX, Millionen

SpaceX: 319 Millionen Aktien freigegeben, Kurs fällt 1,8%

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SpaceX gibt weitere 319 Millionen Aktien frei, Kurs fällt um 1,8 Prozent. Operativ starkes Q2 mit 92 Prozent Umsatzplus, Bewertung bleibt umstritten.

SpaceX-Aktie: Zweite Lock-up-Freigabe erhöht Angebotsdruck auf 117,48 Euro
Abstrakte, stimmungsvolle Darstellung der Luft- und Raumfahrtindustrie in einem industriellen Hangar. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Für Anleger von SpaceX beginnt heute eine neue Phase erhöhten Angebotsdrucks: Rund 319 Millionen Aktien aus der ersten Tranche nach dem Börsengang wurden mit Ablauf einer Haltefrist zum Verkauf freigegeben. Es ist bereits die zweite derartige Freigabe innerhalb weniger Wochen, nachdem Anfang des Monats schon rund 911,5 Millionen Aktien aus der ersten Lock-up-Periode handelbar geworden waren.

Der Kurs reagiert verhalten negativ: Die Aktie notiert aktuell bei 117,48 Euro und verliert damit heute 1,8 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,1 Prozent zu Buche, während sich das Papier auf Monatssicht mit einem Plus von 8,4 Prozent noch deutlich im positiven Bereich befindet. Die zusätzlich handelbaren Aktien treffen damit auf einen Markt, der ohnehin bereits nervös auf jede neue Nachricht reagiert.

Operatives Geschäft läuft, Bewertung bleibt Streitpunkt

Fundamental hat SpaceX zuletzt geliefert. Anfang August meldete das Unternehmen für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 7,814 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem auf 541 Millionen Dollar verringerten Nettoverlust. Beide Werte übertrafen die Erwartungen der Analysten.

Ergänzt wird das operative Bild durch technische Fortschritte: Am Dienstag erreichten Bergungsteams die Weihnachtsinsel, um die 52 Meter lange Starship-Oberstufe „Ship 40" aus dem Indischen Ozean zu bergen – die erste physische Inspektion eines Starship-Fahrzeugs nach einem Wiedereintritt aus dem Orbit.

Zudem feierte SpaceX am Dienstag seinen 100. Missionsstart des Jahres, als 24 weitere Starlink-Satelliten von der Vandenberg Space Force Base ins All flogen.

Auf der Investorenseite bleibt die Aktie umstritten. Erst am Montag stufte ein Analysehaus SpaceX mit „Hold" ein und verwies auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 72 auf Basis der erwarteten Gewinne – eine ambitionierte Bewertung für ein Unternehmen, das operativ noch Verluste schreibt.

Konkurrierend dazu bekräftigte Daiwa Capital Markets Mitte des Monats seine „Neutral"-Einstufung, senkte das Kursziel jedoch von 175 auf 140 Dollar und begründete dies mit den hohen Kosten der kapitalintensiven Expansion.

Übernahme und Rüstungsaufträge sorgen für Nebenschauplätze

Abseits der Kernnachricht bleibt SpaceX unternehmerisch aktiv. Am Dienstag bestätigte das Unternehmen den vorzeitigen Abschluss der 60 Milliarden Dollar schweren Übernahme des KI-Softwarespezialisten Cursor. Zudem hat die italienische Bank Intesa Sanpaolo laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht eine Beteiligung an SpaceX im Wert von rund 966 Millionen Dollar offengelegt, Stand Ende Juni.

Auch im Verteidigungssektor bleibt SpaceX gefragt: Die US Space Force vergab vergangene Woche Aufträge über jeweils 12 Millionen Dollar an Rocket Lab, Amazon LEO for Government, Lockheed Martin, Northrop Grumman und York Space Systems, um deren Interoperabilität mit dem von SpaceX gebauten Netzwerk-Backbone Space Data Network zu testen – ein Beleg für die zentrale Infrastrukturrolle, die SpaceX inzwischen im US-Raumfahrtsektor einnimmt.

Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick der Anleger auf den nächsten Starship-Testflug sowie auf die Quartalszahlen im November. Kurzfristig dürfte jedoch die frisch freigegebene Aktienmenge das Geschehen bestimmen, zumal die Volatilität des Titels mit annualisiert 91 Prozent bereits jetzt hoch ist.

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