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Solana: Stiftung setzt auf Stablecoins in Schwellenländern

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 02:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Finanz- und Zahlungsunternehmen nutzen Solana bereits, doch der geringe Anteil alltäglicher Stablecoin-Käufe begrenzt die Reichweite.
Person bei der Nutzung eines Smartphones für eine digitale Transaktion auf einem belebten Markt in einem Schwellenland. Illustration mit AI erstellt.

Solana sucht Wachstum jenseits der Meme-Coin-Spekulation. Einen konkreten Ansatz nannte Maya Caddle, Zahlungsverkehrsverantwortliche der Solana Foundation, gestern bei Money20/20: Stablecoins hätten ihren klarsten Alltagsnutzen in Schwellenländern.

Dort könnten Unternehmen gebundenes Kapital freisetzen und Verbraucher Zugang zu US-Dollar erhalten. Für Anleger liegt darin eine Chance auf breitere Netzwerknutzung – allerdings ist der Abstand zwischen diesem Anspruch und dem tatsächlichen Zahlungsalltag noch groß.

Schwellenländer als Ansatzpunkt

Goldman schätzt, dass Einzelpersonen in Schwellenländern rund 66% der weltweit umlaufenden Stablecoins halten. Deren Gesamtbestand beträgt etwa 290 Mrd. US-Dollar. Auf Solana liegen Stablecoins im Umfang von etwa 15 Mrd. US-Dollar.

Caddles Argument setzt bei praktischen Problemen an: Unternehmen können mit Stablecoins ihre Kapitalbindung verringern. Für Verbraucher steht dagegen der Zugang zu einer Dollar-Anlage im Vordergrund. Damit richtet sich Solanas Zahlungsstrategie nicht allein an institutionelle Anleger, sondern auch an Nutzer mit konkretem Bedarf an grenzüberschreitenden Transfers.

Wie stark dieses Geschäft wächst, verdeutlichen Zahlen von Chainalysis. Grenzüberschreitende Stablecoin-Transfers legten zwischen den jeweils im Juni 2025 und Juni 2026 endenden Zwölfmonatszeiträumen um 77,5% zu.

Die Entwicklung passt zu Solanas strategischer Neuausrichtung. Laut Bloomberg will das Netzwerk Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Abhängigkeit von Meme-Coin-Spekulation soll dadurch sinken.

Zahlungsanbieter schaffen konkrete Anwendungen

Western Union startete am 4. Mai den Stablecoin USDPT auf Solana. Visa meldete am 15. Oktober außerdem den Übergang der USDC-Vorfinanzierung für Visa Direct vom Pilotbetrieb zum kommerziellen Einsatz.

Solche Anwendungen geben der Strategie mehr Substanz als bloße Absichtserklärungen. Bloomberg zufolge betreiben auch JPMorgan, Morgan Stanley, Standard Chartered und Fiserv bereits entsprechende Geschäfte auf Solana. Dabei geht es um die Nutzung des Netzwerks für Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte.

Der Ausbau erfolgt unter Druck: Solanas Anteil am Onchain-Perpetual-Handelsvolumen sank von 17% auf 6%. Ein schwacher Kryptomarkt und die Konkurrenz durch Hyperliquid erschweren den Wandel.

Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig. Neue Zahlungsanwendungen und tokenisierte Finanzprodukte können die Nutzung des Netzwerks verbreitern. Sie sind aber nicht mit einer bereits abgeschlossenen Ablösung des spekulativen Handels gleichzusetzen.

Der Zahlungsalltag bleibt die Bewährungsprobe

Goldman zufolge entfallen etwa 88% der Stablecoin-Transaktionen auf Krypto-Zu- und -Abflüsse. Einzelhandelszahlungen machen dagegen nur rund 0,5% aus. Der bislang geringe Anteil alltäglicher Käufe begrenzt damit die Aussagekraft der Wachstumserzählung.

Zugleich verweist Goldman auf Risiken für das bestehende Finanzsystem. Eine breitere Stablecoin-Nutzung könnte Einlagenabflüsse bei Banken auslösen und den Einfluss der Zentralbanken auf die Geldmenge verringern. Der Ausbau ist daher nicht nur eine technische oder vertriebliche Aufgabe.

Solanas stärkstes Argument ist derzeit die Verbindung aus vorhandenen Stablecoin-Beständen und konkreten Anwendungen großer Finanz- und Zahlungsunternehmen. Die entscheidende Einschränkung bleibt der geringe Stellenwert von Einzelhandelszahlungen. Institutionelle Präsenz belegt Interesse am Netzwerk; eine breite Nutzung im Zahlungsalltag belegt sie noch nicht.

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