Soitec, Aktie

Soitec Aktie: JPMorgan verdoppelt Kursziel

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JPMorgan bewertet Soitec wegen des Photonics-Potenzials neu und erwartet höhere Margen, während das Mobilfunkgeschäft belastet bleibt.

Fotorealistische Aufnahme einer Halbleiter-Reinraumanlage mit Silizium-Wafern in Bearbeitung
Soitec S.A. (ISIN FR0013227113) fertigt hochreine SOI-Wafer in modernen Halbleiter-Reinraumanlagen für die Elektronikindustrie Illustration mit AI erstellt.

Elf Prozent Kurssprung an einem Vormittag — ausgelöst von einer einzigen Analystenstimme. JPMorgan hat Soitec von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 98 auf 200 Euro angehoben. Die Aktie kletterte daraufhin auf über 137 Euro.

Der Grund für die radikale Neubewertung liegt im Photonics-Geschäft des französischen Halbleitermaterial-Herstellers. Analyst Craig McDowell rechnet damit, dass die Photonics-SOI-Sparte bis zum Geschäftsjahr 2030 mehr als eine Milliarde Euro Umsatz einbringt — bei Margen, die über dem historischen Niveau des Konzerns liegen.

Frühere Bedenken zum schwächelnden Mobilfunk-Chipgeschäft treten laut McDowell in den Hintergrund, weil das Photonics-Wachstum diese Sorgen überlagert.

Verträge sichern Visibilität

Ein zentrales Argument der Bank sind die sogenannten Capacity Reservation Agreements. Diese Vereinbarungen mit Photonics-Kunden fixieren Abnahmemengen und arbeiten mit flexiblen Preismechanismen. JPMorgan sieht darin einen Puffer nach oben, sollte die Nachfrage weiter anziehen — in einem Markt, den die Bank derzeit als eng einschätzt.

Um die Nachfrage zu bedienen, dürfte Soitec seine Fertigung in Singapur erweitern müssen. JPMorgan kalkuliert mit zusätzlichen Investitionen von rund 700 Millionen Euro über etwa zwei Jahre, um rund eine Million weitere Silicon-on-Insulator-Wafer zu produzieren. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 könnte die Photonics-Sparte laut Schätzung bereits einen Jahresumsatz-Run-Rate von rund 450 Millionen Euro erreichen.

Die Bank hob zudem ihre Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2028 um knapp 32 Prozent auf 1,057 Milliarden Euro an. Die geschätzten bereinigten Gewinne je Aktie für denselben Zeitraum springen von 1,42 auf 6,63 Euro.

Mobilfunk bleibt Bremsklotz

Ganz ausgeräumt sind die Risiken im Mobilfunkgeschäft nicht. McDowell erwartet einen stärkeren Rückgang im RF-SOI-Segment als der Marktkonsens, bedingt durch schwache Volumina und Lagerabbau in den Vertriebskanälen. Er rechnet nicht damit, dass Mobile innerhalb des Prognosezeitraums wieder mehr als 400 Millionen Euro Jahresumsatz erreicht. Vor dem Hintergrund der Photonics-Wende hält er dieses Manko jedoch für vernachlässigbar.

Bemerkenswert ist auch die Margen-Einschätzung: Investoren orientierten sich bislang an der historischen Bruttomarge von 37 Prozent aus dem Geschäftsjahr 2023 als Höchstwert.

JPMorgan erwartet, dass dieses Niveau bereits im Geschäftsjahr 2028 übertroffen wird, mit einer Ausweitung auf mittlere 40er-Prozentwerte bis 2029 und 2030. Getrieben werden soll das von der Photonics-Sparte, deren Beitragsmarge die Bank auf über 75 Prozent taxiert — deutlich über dem Konzerndurchschnitt.

McDowell beschreibt die Meinungen unter Investoren zur Aktie weiterhin als gespalten. Er geht jedoch davon aus, dass es für Skeptiker zunehmend schwerer wird, ihre zurückhaltende Position angesichts der aus seiner Sicht bevorstehenden Konsens-Anhebungen zu halten.

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