SoftwareONE Aktie: Erb liefert ab
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 09:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neun Prozent Kursplus zum Handelsstart – SoftwareONE hat mit seinen Halbjahreszahlen einen Nerv getroffen. Der Cloud- und Software-Dienstleister steigerte nicht nur den Umsatz kräftig, sondern beschleunigte auch die Margenexpansion im zweiten Quartal deutlich. Für ein Unternehmen, das noch vor Monaten mit einer Übernahme-Integration und Rechtsvorwürfen kämpfte, ist das ein bemerkenswertes Signal.
Wachstum und Marge ziehen gleichzeitig an
Auf vergleichbarer kombinierter Basis, die den Zusammenschluss mit dem norwegischen Konkurrenten Crayon berücksichtigt, wuchs der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 währungsbereinigt um 11,6 Prozent auf 818,3 Millionen Franken.
Bemerkenswerter als das Wachstum selbst ist die Beschleunigung der Profitabilität: Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte um 4,5 Prozentpunkte auf 24,9 Prozent, im zweiten Quartal allein sogar auf 28,9 Prozent – ein Plus von 5,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Getragen wurde diese Entwicklung von den Kostensynergien aus der Crayon-Integration. SoftwareONE erreichte im zweiten Quartal Run-Rate-Einsparungen von 100 Millionen Franken und traf damit das obere Ende der eigenen Zielspanne. Für das zweite Halbjahr rechnet das Management mit weiteren 5 bis 10 Millionen Franken an Synergiepotenzial.
Besonders stark entwickelte sich das Segment Software & Cloud Channel mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 35,6 Prozent, während das margenschwächere Direct-Geschäft mit Microsoft-Produkten nur leicht zulegte. Regional lieferten die Nordics und der asiatisch-pazifische Raum die höchsten Wachstumsraten.
Integration abgeschlossen, Führung neu sortiert
Die Botschaft aus Stans ist eindeutig: Die Integrationsphase nach dem Crayon-Zusammenschluss ist im Wesentlichen beendet. Der Fokus verschiebt sich nun auf die kommerzielle Umsetzung. Diesen Kurswechsel unterstreicht auch die neue Führungsstruktur.
Raphael Erb, seit August alleiniger CEO, konsolidiert die Organisation zum 1. September unter drei Regional Presidents für Amerika, EMEA und APAC. Der bisherige Chief Operating Officer Oliver Berchtold verlässt das Unternehmen.
Parallel zur operativen Neuausrichtung gab es auch juristische Entlastung: Die im März aufgekommenen Vorwürfe zu mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten bei überfälligen Forderungen sind vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft Zürich stellte im Juni fest, dass sich kein Straftatverdacht ergeben habe, SoftwareONE selbst stand nie im Fokus der Prüfung.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt das Unternehmen seine Guidance: mittleres bis hohes einstelliges Umsatzwachstum bei einer Marge oberhalb von 23 Prozent und einer Cash Conversion über 60 Prozent. Der nächste Prüfstein folgt mit dem Trading-Update zum dritten Quartal am 11. November.
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