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SoftBank Group Aktie: Erholung nach Ausverkauf

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 07:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SoftBank gewinnt nach dem Kursrutsch fast 7 Prozent, bleibt wegen OpenAI-Engagement, Schulden und schwachem Cashflow jedoch unter Druck.

SoftBank-Aktie erholt sich trotz KI-Risiken und hoher Verschuldung
Abstrakte Darstellung einer finanziellen Markterholung mit aufsteigenden Lichtakzenten und edler, dunkler Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Nach einem Kursrutsch von rund 36 Prozent seit dem Jahreshoch von 9.074 Yen zeigt sich die SoftBank-Aktie am Dienstag deutlich erholt. Am Tokioter Markt springt das Papier um fast 7 Prozent nach oben, während der Nikkei 225 insgesamt leicht im Minus notiert. Der Kontrast zum Rest des Marktes fällt auf – SoftBank bewegt sich damit ausdrücklich gegen den Trend fallender Bank- und Autowerte.

Ausgelöst wurde der vorangegangene Absturz durch einen Vorstoß aus der KI-Branche selbst. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte am Wochenende ein Papier veröffentlicht, das eine bewusste Verlangsamung der Entwicklung von Frontier-KI-Modellen fordert. Binnen 48 Stunden schlossen sich OpenAI-Chef Sam Altman, Elon Musk und Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis dieser Position an – ein Signal, das für die gesamte KI-Branche als Bremse wirkt.

Warum SoftBank besonders empfindlich reagiert

Für die meisten Technologiewerte ist eine solche Entwicklung ein Belastungsfaktor unter vielen. Für SoftBank trifft sie den Kern des Geschäftsmodells. Der Konzern hat mehr als 60 Milliarden Dollar in OpenAI investiert – ein Unternehmen vor dem Börsengang, dessen Bewertung von rund 89,6 Milliarden Dollar bislang nur auf internen Modellrechnungen beruht, nicht auf einem tatsächlichen Marktpreis.

Brisant wird es durch einen Kredit über 10 Milliarden Dollar, der mit OpenAI-Anteilen besichert ist: Eine Klausel darin sieht eine Nachschusspflicht oder vorzeitige Rückzahlung vor, sollte der Wert der OpenAI-Vorzugsaktien substanziell sinken. Genau ein Umfeld verlangsamter KI-Entwicklung könnte diesen Mechanismus in Gang setzen.

Die Bilanzstruktur bietet dafür wenig Puderzucker. Die Gesamtverschuldung stieg im Geschäftsjahr 2026 auf 25,40 Billionen Yen, ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der freie Cashflow lag zugleich bei minus 2,16 Billionen Yen – während das EBITDA um 43 Prozent auf 914 Milliarden Yen einbrach. Erst im August 2026 hatte SoftBank Privatanleihen im Volumen von einer Billion Yen mit Kupons zwischen 4,3 und 4,9 Prozent platziert, mitten in dieser Cash-Burn-Phase.

Der Netto-Gewinn ist zu großen Teilen Papier

Der ausgewiesene Nettogewinn von 4,98 Billionen Yen für das Geschäftsjahr 2026 wirkt auf den ersten Blick beeindruckend, verglichen mit 1,13 Billionen Yen im Vorjahr. Er speist sich jedoch fast vollständig aus Buchgewinnen durch die Neubewertung privater KI-Beteiligungen – nicht aus operativem Cashflow. Diese Diskrepanz zwischen Buchgewinn und tatsächlicher Liquidität bleibt das zentrale Risiko der SoftBank-Bilanz.

Hinzu kommt die zweite Säule des Portfolios: Arm Holdings. Als der Chipdesigner zuletzt vor nachlassenden Smartphone-Lizenzeinnahmen warnte, gab die SoftBank-Aktie in einer einzigen Sitzung um 2,6 Prozent nach. Sollte die KI-Entwicklung tatsächlich an Tempo verlieren, dürfte auch das Lizenzgeschäft von Arm im KI-Infrastrukturbereich unter Druck geraten – SoftBank wäre damit gleich doppelt betroffen.

Auf der positiven Seite steht die Beleihungsquote des Portfolios, die mit etwa 13 Prozent noch deutlich unter der selbst gesetzten Obergrenze von 25 Prozent liegt. Auch das Telekomgeschäft meldete zuletzt Rekordumsätze, mit einem Plus von 31 Prozent im Cloud- und KI-Bereich.

Ob die heutige Kurserholung eine nachhaltige Trendwende einleitet oder nur eine technische Gegenbewegung nach dem starken Rückgang darstellt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Bewertung von OpenAI in den kommenden Wochen entwickelt.

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