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SoftBank Aktie: Arm bestätigt 2 Milliarden Dollar KI-Nachfrage

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 04:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Starke Quartalszahlen von Arm Holdings beflügeln den SoftBank-Kurs und lenken den Fokus auf das KI-Infrastruktur-Geschäft des Konzerns.

SoftBank Aktie: Arm Holdings treibt Kurssprung um fast zehn Prozent
Abstrakte Darstellung von moderner KI-Infrastruktur und Server-Technologie in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Fast zehn Prozent Plus an einem einzigen Tag. Wer SoftBank nur über den Kurschart kennt, hält das für einen Ausreißer. Mein Blick auf die Zahlen dahinter sagt etwas anderes: Das ist keine Laune des Marktes, das ist die überfällige Korrektur einer Fehlbewertung.

Der Kurs schloss gestern bei 26,90 Euro, nach einem Sprung von 9,80 Prozent. Das kam nach Wochen im Sinkflug – auf Monatssicht steht SoftBank noch immer mit 14,19 Prozent im Minus. Für mich ist der Rebound das erste sichtbare Zeichen dafür, dass der Markt die Substanz hinter dem Konzern neu einpreist.

Arm liefert, was SoftBank braucht

Der Auslöser sitzt nicht bei SoftBank selbst, sondern beim Kronjuwel im Portfolio. Arm Holdings legte für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 einen Umsatz von 1,29 Milliarden Dollar vor, ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,45 Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 0,40 Dollar deutlich.

Entscheidender als die reinen Quartalszahlen ist für mich die Verschiebung im Geschäftsmodell. Arms Lizenzeinnahmen aus Rechenzentren haben sich mehr als verdoppelt. Der Chipdesigner bestätigte zudem eine Nachfrage nach CPUs für Artificial General Intelligence von über 2 Milliarden Dollar, verteilt auf die Fiskaljahre 2027 und 2028. Das ist kein Nebengeschäft mehr, das ist eine zweite Wachstumssäule.

Diese Säule wird wichtig, weil das klassische Smartphone-Geschäft schwächelt. Die weltweiten Smartphone-Auslieferungen fielen im zweiten Quartal 2026 um 6 Prozent. Xiaomi verlor 26 Prozent, OPPO 17 Prozent – hohe Speicherkosten drücken die Margen der Hersteller. Arms Neoverse-Kerne für Server haben inzwischen die Marke von 1,5 Milliarden verkauften Einheiten überschritten und machen den Konzern zunehmend unabhängig vom Smartphone-Zyklus.

Mein Punkt dabei: SoftBank war nie einfach eine Wette auf Mobilfunk-Chips. Der Konzern ist über Arm längst eine Wette auf die Infrastruktur hinter künstlicher Intelligenz. Der Markt hat das nur zeitweise vergessen.

Charttechnik erklärt das Timing

Bevor der Sprung kam, notierte der 14-Tage-RSI bei 38,1 – nahe der überverkauften Zone. Zusammen mit dem Kursrückgang von 7,40 Prozent binnen einer Woche entstand eine Spannung, die sich lösen musste. Genau das ist gestern passiert: Käufer erkannten die Lücke zwischen der Marktkapitalisierung von 155,20 Milliarden Euro und dem, was das KI-Portfolio tatsächlich wert ist.

Diese Lücke ist der Kern meiner These. Ein Konzern, dessen wichtigste Beteiligung gerade Rekord-Nachfrage aus dem KI-Sektor meldet, sollte nicht mit zweistelligem Monatsminus gehandelt werden. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 72,79 Prozent zeigt aber auch: Das bleibt ein Papier für Anleger mit starken Nerven, kein ruhiger Wert.

Der Preis der Ambition

Masayoshi Sons Strategie unter dem Namen "Super AI" treibt diese Volatilität zusätzlich an. SoftBank verhandelt Berichten zufolge über einen Kredit von 10 Milliarden Dollar, besichert durch die eigene OpenAI-Beteiligung. Parallel dazu steht eine Kreditverpflichtung über 40 Milliarden Dollar im Raum, fällig im März 2027.

Das sind keine Petitessen. Wer so stark hebelt, um KI-Positionen aufzubauen, geht ein Risiko ein, das sich erst auszahlt, wenn die zugrunde liegenden Geschäfte tatsächlich liefern. Arms Ausblick für das laufende Quartal – 1,33 bis 1,43 Milliarden Dollar Umsatz, oberhalb der Konsensschätzungen – liefert dafür immerhin einen ersten Beleg. Kunden wie Nvidia, AWS und Google treiben die Nachfrage nach Inferenz-Workloads, und genau diese Nachfrage gleicht die Schwäche im Mobilfunkgeschäft aus.

Mein Fazit: Der Rebound von gestern ist mehr als eine technische Gegenbewegung nach überverkaufter Lage. Er markiert den Punkt, an dem der Markt beginnt, SoftBank nicht mehr als angeschlagenen Mischkonzern zu bewerten, sondern als das, was der Konzern über Arm tatsächlich geworden ist – ein spezialisierter Akteur in der KI-Infrastruktur. Ob sich das durchhält, hängt daran, ob Arms Rechenzentrums-Nachfrage über die Fiskaljahre 2027 und 2028 tatsächlich die versprochenen 2 Milliarden Dollar einlöst.

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