Sobi, Aktie

Sobi Aktie: Lizenzdeal mit Innate Pharma

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 08:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sobi investiert bis zu 580 Millionen Dollar in den Antikörper Lacutamab gegen seltene Lymphome und strebt eine beschleunigte Zulassung an.

Sobi sichert sich Rechte an Innate Pharmas Krebs-Antikörper Lacutamab
Abstrakte Darstellung eines modernen biopharmazeutischen Labors mit medizinischen Präzisionsgeräten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sobi greift in die Onkologie-Pipeline eines französischen Biotech-Unternehmens ein. Der schwedische Rare-Disease-Spezialist hat mit Innate Pharma eine strategische Partnerschaft für den Antikörper Lacutamab geschlossen. Im Zentrum steht eine seltene, aggressive Form von Blutkrebs — und ein Zulassungsweg, der deutlich schneller verlaufen könnte als üblich.

Was der Deal umfasst

Lacutamab ist ein First-in-Class-Antikörper gegen das Zieleiweiß KIR3DL2 und wird bei kutanem T-Zell-Lymphom getestet, einer Gruppe seltener Non-Hodgkin-Lymphome. Dazu zählt das Sézary-Syndrom, eine seltene und aggressive Leukämie-Variante, sowie Mycosis fungoides, die häufigste Unterform. Die Substanz trägt bereits mehrere regulatorische Sonderstatus: Fast-Track-Designation der FDA, PRIME-Status der europäischen Arzneimittelbehörde EMA für Sézary-Syndrom sowie Orphan-Drug-Status in den USA und der EU.

Innate Pharma übernimmt die Durchführung der Phase-3-Studie TELLOMAK-3, die auf Daten einer bereits abgeschlossenen Phase-2-Studie aufbaut. Ziel ist eine beschleunigte Zulassung für das Sézary-Syndrom, gefolgt von vollständigen Zulassungen für beide Lymphom-Subtypen. Sobi sichert sich dafür exklusive globale Vermarktungsrechte, sobald eine beschleunigte Zulassung erfolgt — und kann bei positiven Phase-3-Ergebnissen die vollständigen globalen Entwicklungsrechte übernehmen.

Die finanziellen Eckpunkte

Sobi zahlt bei Abschluss der Transaktion 75 Millionen Dollar an Innate Pharma. Für kurzfristige Entwicklungsmeilensteine rund um das Sézary-Syndrom kommen bis zu 40 Millionen Dollar hinzu. Der größere Batzen liegt allerdings in der Zukunft: Bis zu 465 Millionen Dollar sind an die Option zur Übernahme voller Entwicklungsrechte sowie an regulatorische und kommerzielle Meilensteine gekoppelt.

Zusätzlich erhält Innate gestaffelte, zweistellige Lizenzgebühren auf künftige Nettoumsätze. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben.

Für Innate Pharma hat der Deal auch eine Finanzierungsfunktion: Die Vorauszahlung soll die Barreserven des Unternehmens bis ins dritte Quartal 2027 sichern und damit die Einreichung für eine beschleunigte Zulassung ermöglichen. Für Sobi wiederum passt der Zukauf ins bestehende Muster — das Unternehmen hatte zuletzt seinen Jahresausblick angehoben und sucht gezielt nach Ergänzungen für sein Portfolio seltener Erkrankungen.

Aus Sobi-Sicht ist der Einstieg bei Lacutamab ein kalkuliertes Risiko mit klar definiertem Hebel: Die Anfangsinvestition bleibt moderat, während der volle Zugriff auf die Vermarktung erst nach belastbaren Phase-3-Daten greift. Sollte die TELLOMAK-3-Studie die Phase-2-Ergebnisse bestätigen, könnte eine beschleunigte Zulassung in den USA für Sézary-Syndrom-Patienten der nächste konkrete Meilenstein werden.

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