Snam Aktie: Kasse macht mit De Nora
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Snam trennt sich von einem Teil seiner Beteiligung an Industrie De Nora – und löst damit einen heftigen Kurseinbruch beim Elektrochemie-Spezialisten aus. Für den Gasnetzbetreiber selbst ist der Schritt dagegen ein überschaubares Nebengeschäft mit klarer strategischer Logik.
Über die hundertprozentige Tochter Asset Company 10 verkaufte Snam rund 10 Millionen De-Nora-Aktien, etwa 5 Prozent des Kapitals, im Rahmen eines beschleunigten Bookbuildings. Goldman Sachs fungierte als alleiniger Bookrunner.
Der Platzierungspreis von 6,69 Euro je Aktie lag rund 9,5 Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs und brachte Snam einen Bruttoerlös von etwa 67 Millionen Euro. Nach dem Verkauf hält Snam noch etwa 16,6 Prozent an De Nora und hat sich für die Resthaltung zu einer 90-tägigen Lock-up-Frist verpflichtet.
Timing sorgt für Diskussionen
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. De Nora hatte zuvor eine kräftige Kursrally hingelegt, befeuert von der Nachricht, dass die geplante Gigafactory in Cernusco sul Naviglio öffentliche Fördermittel von rund 50 Millionen Euro erhält, die sämtliche förderfähigen Kosten abdecken.
Marktbeobachter werten den Verkauf entsprechend als opportunistische Gewinnmitnahme auf erhöhtem Kursniveau. De-Nora-Aktien brachen im Handelsverlauf um mehr als 11 Prozent ein und markierten zwischenzeitlich ein Tagestief von 6,37 Euro, bevor sie sich leicht erholten.
Snam selbst begründete den Schritt mit dem im Business-Plan verankerten Asset-Rotationsprogramm. Kapital solle so in Geschäftsbereiche umgeschichtet werden, die die Kernplattform der Gasinfrastruktur stärken und die integrierte Energiestrategie des Konzerns unterstützen. Die im Zuge des Verkaufs übertragenen Aktien wandeln sich dabei von Mehrstimmrechtsaktien in gewöhnliche Anteile um.
Für die Snam-Aktie selbst blieben die Auswirkungen an diesem Handelstag moderat, der Titel gab nur leicht nach. Der breitere europäische Markt bot am Dienstag ohnehin wenig Rückenwind: Der STOXX 600 notierte nahezu unverändert, während Anleger auf Signale von möglichen US-Iran-Gesprächen bei der UN-Generalversammlung warteten.
Der Fokus dürfte sich nun darauf richten, wie Snam die freigewordenen Mittel im Rahmen seines Asset-Rotationsprogramms weiter einsetzt. Mit der verbleibenden Beteiligung von 16,6 Prozent bleibt der Konzern an De Nora beteiligt, allerdings gebunden an die dreimonatige Haltefrist für die Resttranche.
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