Smiths Group Aktie: Altlast wird abgestreift
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Konzern, der jahrzehntelang mit einer alten Asbest-Haftung aus seinem US-Geschäft rang, macht damit endlich Schluss. Die Aktie von Smiths Group reagierte am Dienstag mit einem Kurssprung von mehr als 4,5 Prozent und näherte sich damit ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.749 Pence.
Der Auslöser: Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr, die über den Erwartungen lagen, gepaart mit der Ankündigung, die historische US-Asbesthaftung aus dem John-Crane-Geschäft zu veräußern. Diese Last hatte die Bilanz von Smiths über Jahre komplizierter gemacht, als es dem operativen Geschäft eigentlich zustand.
Zahlen schlagen den Konsens
Der operative Gewinn kletterte im Geschäftsjahr bis Ende Juli auf 399 Millionen Pfund und übertraf damit den Analystenkonsens von 388 Millionen Pfund. Der Umsatz wuchs um 2,1 Prozent auf 1,94 Milliarden Pfund, organisch legte das Geschäft um 1,2 Prozent zu. Die operative Marge verbesserte sich leicht auf 20,6 Prozent.
Auf statutarischer Basis fiel der operative Gewinn dagegen um 16,6 Prozent auf 289 Millionen Pfund — bedingt durch Einmaleffekte aus der Portfolio-Umstrukturierung. Vorstandschef Roland Carter sprach von einem Jahr mit erheblichem strategischen Fortschritt: Smiths habe sich in ein fokussiertes, hochwertiges Industrietechnik-Unternehmen verwandelt.
Hinter dieser Aussage steckt ein umfangreicher Portfolio-Umbau. Die Sparten Interconnect und Detection wurden für zusammen 3,3 Milliarden Pfund verkauft, drei Flex-Tek-Geschäfte brachten weitere 40 Millionen Pfund. Im Gegenzug übernahm der Konzern DRC HeatTransfer für 165 Millionen Pfund und baut damit Flex-Tek Richtung Kühlung und Rechenzentren aus.
John Crane trägt, Flex-Tek bremst
Bei den operativen Sparten zeigte sich ein gemischtes Bild. John Crane wuchs organisch um 2,3 Prozent, getragen von starken Erstausrüstungs- und Amerika-Geschäften — trotz eines Belastungseffekts von rund 20 Millionen Pfund durch den Nahost-Konflikt. Flex-Tek dagegen verzeichnete ein leichtes organisches Minus von 0,4 Prozent, da Stärke in der Luftfahrt die Schwäche bei Bau und Wärmelösungen nicht ausgleichen konnte.
Finanziell steht der Konzern solide da: Zum Jahresende verfügte Smiths über eine Nettoliquidität von 1,75 Milliarden Pfund, gestärkt durch Pensionsfondstransaktionen. Von dem geplanten Rückkaufprogramm über 3 Milliarden Pfund sind bereits 1,5 Milliarden Pfund umgesetzt, weitere 1,5 Milliarden Pfund sollen folgen.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Management ein organisches Umsatzwachstum von rund 4 Prozent und eine operative Marge von etwa 21 Prozent. Die mittelfristigen Ziele von 5 bis 7 Prozent organischem Wachstum und einer Marge zwischen 21 und 23 Prozent bleiben bestehen — ein Fahrplan, der zeigt, dass Smiths nach dem Umbau nun auf organisches Wachstum statt auf Portfolio-Bereinigung setzen will.
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