SLM Aktie: Verkaufsstopp belastet
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 16:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deSallie Mae streicht eine geplante Kreditveräußerung, und der Markt straft die Entscheidung ab. Die Aktie des Studentenkreditgebers fiel im frühen Handel zeitweise um gut neun Prozent auf rund 19,50 Dollar. Dabei wächst das Geschäft so stark wie nie.
Verlust statt Gewinn
Im dritten Quartal meldete das Unternehmen einen bereinigten Verlust von 0,19 Dollar je Aktie. Analysten hatten einen Gewinn von 0,17 Dollar erwartet. Der Umsatz lag mit rund 375 Millionen Dollar deutlich unter den erwarteten 457 Millionen.
Schwerer wiegt der gekappte Ausblick. Für 2026 peilt das Management nun 1,95 bis 2,05 Dollar je Aktie an, zuvor lag die Konsensschätzung bei 3,11 Dollar.
Der Grund: Wegen stark gestiegener Zinsen und volatiler Kapitalmärkte wäre der Aufschlag auf einen Verkauf von Krediten im Volumen von etwa einer Milliarde Dollar zu niedrig ausgefallen. Sallie Mae behält die Darlehen lieber in der Bilanz und verdient daran über die Zeit eine Nettozinsmarge von rund fünf Prozent.
Obendrein steigen die Kreditausfälle. Die erwarteten Netto-Abschreibungen für 2026 liegen jetzt bei 400 bis 420 Millionen Dollar, nach zuvor 345 bis 385 Millionen. Das Management führt das auf fragwürdige Praktiken externer Schuldenregulierer zurück, die Kreditnehmer zum Zahlungsstopp bewegen. Der Anteil überfälliger Kredite stieg auf 4,2 Prozent.
Wachstum als Gegengewicht
Operativ läuft es nämlich rund. Die Kreditvergabe erreichte mit 3,4 Milliarden Dollar einen Rekord, 15 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei Studienkrediten für Graduierte verdoppelte sich das Volumen mehr als, das Plus lag bei 119 Prozent. Im Oktober liegen die Auszahlungen bislang 35 Prozent über Vorjahr.
Zudem hat Sallie Mae mit Sixth Street einen zweiten Finanzierungspartner gewonnen. Der Investor will jährlich mindestens 1,5 Milliarden Dollar neu vergebener Kredite abnehmen. Das Unternehmen erhofft sich dadurch weniger Abhängigkeit von schwankenden Kapitalmärkten. Aktienrückkäufe sollen trotz der Planänderung weitgehend wie vorgesehen laufen.
Analysten senken die Ziele
Die Banken reagierten prompt:
- Morgan Stanley: Kursziel 26 statt 30 Dollar, Rating Overweight
- Keefe, Bruyette & Woods: 23 statt 27 Dollar, Market Perform
- Barclays: 22 statt 26 Dollar, Equalweight
Morgan Stanley nennt die Anpassung der Prognose enttäuschend und senkte zugleich die Gewinnschätzung für 2027 auf 2,95 Dollar je Aktie.
Das Management hält die Lage für vorübergehend. Für 2027 rechnet es wieder mit nennenswerten Kreditverkäufen und einem Bilanzwachstum von null bis im einstelligen Prozentbereich. Die Belastung durch die externen Schuldenregulierer soll nächstes Jahr spürbar geringer ausfallen. Die Aktie notiert nun nur noch moderat über dem Jahrestief von 17,77 Dollar.
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