SLCrícola Aktie: 75,3% Gewinnsprung im Q2
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der brasilianische Agrarkonzern SLCrícola hat im zweiten Quartal 2026 einen massiven Gewinnsprung erzielt. Das Unternehmen meldete einen Nettogewinn von 245,1 Millionen Real, was einer Steigerung von 75,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Getrieben wurde dieses Ergebnis vor allem durch eine Rekordproduktivität bei Soja und deutlich gestiegene Absatzmengen, während das Management gleichzeitig ein Ende des Preisverfalls bei wichtigen Agrarrohstoffen signalisiert.
Rekordproduktivität bei Soja treibt das Ergebnis
Die operative Entwicklung von SLCrícola zeigte sich im abgelaufenen Quartal robust. Der Nettoumsatz kletterte um 16,8 Prozent auf 2,2 Milliarden Real.
Ein wesentlicher Faktor war die Sojaernte, bei der das Unternehmen mit einer Produktivität von 4.146 Kilogramm pro Hektar einen neuen historischen Rekord aufstellte. Dies entspricht einer Steigerung von 4,7 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Zyklus. Auch beim Baumwollanbau erwartet der Konzern deutliche Produktivitätssteigerungen von mehr als 12 Prozent.
Das bereinigte EBITDA stieg um 4,3 Prozent auf 580,6 Millionen Real, wobei die bereinigte Marge bei 26,7 Prozent lag. CEO Aurélio Pavinato erklärte im Zuge der Zahlenvorlage, dass die Tiefpunkte bei den Preisen für Soja, Mais und Baumwolle überschritten seien.
Für die kommende Saison 2026/27 rechnet das Management daher mit verbesserten Margen. Parallel dazu hat das Unternehmen bereits frühzeitig Betriebsmittel gesichert: 100 Prozent des benötigten Phosphats und 90 Prozent des Kalis für die nächste Ernte wurden zu günstigen Zeitpunkten eingekauft.
Strategische Expansion führt zu höherer Verschuldung
Trotz der starken operativen Zahlen rückte die Bilanzstruktur des Unternehmens in den Fokus. Die Nettoverschuldung stieg zum Ende des zweiten Quartals auf 7,538 Milliarden Real an, verglichen mit 5,244 Milliarden Real im Vorjahr.
Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum EBITDA kletterte damit auf 3,09x. Dieser Anstieg ist vor allem auf umfangreiche Flächenerweiterungen und Akquisitionen zurückzuführen, darunter der Erwerb von 8,9 Tausend Hektar der Gruppe Radar.
Das Unternehmen gab bekannt, dass das ursprüngliche Ziel, die Verschuldung auf das Zweifache des EBITDA zu begrenzen, erst im Jahr 2027 wieder erreicht werden soll. Um die Liquidität zu stützen und die Flächen zu monetarisieren, prüft SLCrícola derzeit Sale-and-Leaseback-Transaktionen. Die bewirtschaftete Gesamtfläche wuchs zuletzt um 13,1 Prozent auf über 832.000 Hektar an.
Gemischte Reaktionen am Kapitalmarkt
Die Aktie des Konzerns verlor gestern im Handel 1,4 Prozent und schloss bei einem Kurs von 13,04 Real. Damit spiegelt der Kurs die Skepsis einiger Marktteilnehmer hinsichtlich der kurzfristigen Schuldenlast wider. Das Papier notiert aktuell etwa 33 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 19,48 Real. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich umgerechnet auf rund 1,10 Milliarden Euro.
Die Einschätzungen der Analysehäuser fallen unterschiedlich aus. Die Analysten von BTG Pactual bekräftigten ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 20 Real und verwiesen auf die starke operative Umsetzung und den positiven Ausblick für die kommenden Erntezyklen. Auch Itaú BBA rät zum Kauf und sieht das Kursziel bei 19 Real.
Hier wird insbesondere der hohe Abschlag zum inneren Wert der Landflächen hervorgehoben. Vorsichtiger äußerten sich die Experten von Citi, die die Einstufung auf „Neutral“ belassen und auf Risiken durch Wetterphänomene wie El Niño sowie die gestiegene Hebelwirkung der Bilanz verweisen.
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