SK Hynix Aktie: Solidigm-IPO frühestens 2027 geplant
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Halbleiterkonzern SK Hynix erwägt einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge einen milliardenschweren Börsengang seiner US-Tochter Solidigm. Erste Vorgespräche mit Investmentbanken fanden demnach am Freitag bereits statt.
Eine Erstnotiz des auf NAND-Flash-Speicher spezialisierten Unternehmens könnte frühestens 2027 erfolgen. Bei dem Schritt wird eine Bewertung von bis zu 150 Milliarden Dollar sowie eine Kapitalaufnahme von rund 15 Milliarden Dollar diskutiert.
Für SK Hynix würde ein solches Vorhaben beträchtliche Mittel freisetzen. Die Erlöse könnten die Expansion im wettbewerbsintensiven Speichermarkt unterstützen und die finanzielle Basis für künftige Technologieprojekte stärken. Offiziell bestätigt sind die Börsenpläne von Unternehmensseite bislang allerdings nicht.
Produktionsüberlegungen und Gespräche mit Intel
Parallel zu den Finanzierungsüberlegungen stehen potenzielle Produktionsstandorte in den Vereinigten Staaten im Fokus. SK Hynix erklärte dazu, dass bisher keine konkreten Vorhaben bestätigt seien.
Vor rund zwei Wochen wurden zudem Vorgespräche zwischen SK Hynix und Intel über eine mögliche Speicherfertigung in den USA bekannt. Die erörterten Optionen umfassen die Anmietung von Teilen einer geplanten Intel-Fabrik im Bundesstaat Ohio oder ein Gemeinschaftsunternehmen mit Cloud-Anbietern. Laut dem südkoreanischen Konzern ist auch hierbei noch keine finale Vereinbarung getroffen worden.
Ein solcher Schritt würde zudem unter behördlicher Aufsicht im Heimatland stehen. Das südkoreanische Ministerium für Handel, Industrie und Energie stellte klar, dass Vorhaben zur Fertigung in den USA nach dem Gesetz zum Schutz von Industrietechnologie geprüft werden müssen, falls nationale Kerntechnologien betroffen sind.
Kostendisziplin und Einigung im Heimatmarkt
Gleichzeitig achtet das Management auf strikte Kostendisziplin im heimischen Markt. Gemeinsam mit Samsung Electronics lehnte SK Hynix am 14. September eine Forderung des Energieversorgers KEPCO ab. Dieser verlangte Vorabzahlungen von 25 Billionen Won – umgerechnet rund 18,7 Milliarden Dollar – für die Stromversorgung geplanter Halbleitercluster. Beide Konzerne begründeten die Absage mit Unsicherheiten bezüglich der langfristigen Nachfrage nach Halbleitern.
Die Ablehnung unterstreicht die vorsichtige Haltung der führenden Speicherhersteller bei umfangreichen Infrastrukturprojekten. Beide Branchengrößen wollen signifikante finanzielle Vorleistungen in dieser Größenordnung vermeiden.
Im operativen Betrieb herrscht nach mehrwöchigen Verhandlungen unterdessen wieder Klarheit. Die südkoreanische Gewerkschaft billigte Mitte September eine Tarifeinigung mit der Unternehmensführung. Die Vereinbarung hebt den Baranteil der Erfolgsprämien von 40 auf 50 Prozent an, während der in Aktien ausgegebene Anteil entsprechend reduziert wurde.
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