Six, Flags

Six Flags Entertainment Aktie: Verlust trotz Rückenwind

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 12:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wertberichtigungen prägten das Quartal; mehr Dauerkarten und geringere Schulden stehen einem schwächeren Schlussquartal gegenüber.
Abstrakte Aufnahme einer Achterbahn-Silhouette vor einem dramatischen Abendhimmel. Illustration mit AI erstellt.

Auf dem Papier sieht das dritte Quartal bei Six Flags düster aus: ein Verlust von 3,59 Dollar je Aktie statt des erwarteten Gewinns von 1,98 Dollar. Dennoch legte die Aktie vorbörslich um rund fünf Prozent zu. Der Grund liegt in den Details hinter der Schlagzeile.

Abschreibungen verzerren das Bild

Der Fehlbetrag geht fast vollständig auf nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen von 687,7 Millionen Dollar zurück. Der Nettoverlust betrug 366,1 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte eine Abschreibung von 1,52 Milliarden Dollar noch deutlich tiefere Spuren hinterlassen.

Der Umsatz lag mit 1,17 Milliarden Dollar im Rahmen der Erwartungen. Berichtet sank er um 11,0 Prozent, weil acht Parks nicht mehr zum Portfolio zählen: sieben wurden an EPR Properties verkauft, einer in Bowie, Maryland, schloss nach der Saison 2025. Bereinigt um diese Effekte stieg der Erlös um 1,4 Prozent.

Operativ zeigt sich ein stabiles Bild. Das bereinigte EBITDA erreichte 493,2 Millionen Dollar, auf vergleichbarer Basis ein Plus von 1,1 Prozent. Die Besucherzahl gab minimal um 0,2 Prozent auf 18,2 Millionen nach, die Ausgaben pro Gast legten um 1,3 Prozent auf 60,51 Dollar zu.

Dauerkarten als Stütze

Ein Lichtblick ist das Passgeschäft. Die Zahl aktiver Dauerkarten und Mitgliedschaften wuchs vergleichbar um 7,1 Prozent auf 7,1 Millionen. Sie machten gut 60 Prozent der Besuche im Quartal aus. Das Management verweist auf regionale Pässe, die Gäste auch in Parks außerhalb ihrer Heimatregion locken.

Der operative Mittelzufluss der ersten neun Monate stieg um 36,5 Prozent auf 498,5 Millionen Dollar. Die Liquidität beträgt 1,06 Milliarden Dollar, die Schulden sanken um 275 Millionen auf 4,91 Milliarden Dollar.

Die Investitionsplanung für 2026 wurde auf 350 bis 375 Millionen Dollar gesenkt, zuvor waren 400 bis 425 Millionen Dollar vorgesehen. Die Verschiebung betrifft laut Unternehmen große Fahrgeschäfte, nicht die Instandhaltung.

Schwacher Oktober drückt den Ausblick

Dämpfer gibt es beim Schlussquartal. Für das vierte Quartal erwartet Six Flags ein bereinigtes EBITDA von 140 bis 150 Millionen Dollar auf vergleichbarer Basis. Im Vorjahr waren es 167 Millionen. Der Oktober blieb hinter dem Plan zurück: Schlechtes Wetter an wichtigen Wochenenden und die Folgen des Vorfalls im Six Flags Over Georgia samt vorsorglicher Fahrgeschäftsschließungen belasteten das Geschäft.

CEO John Reilly kündigte eine umfassende Sicherheitsüberprüfung aller Parks mit unabhängigen Ingenieuren an. Die Behörden ermitteln weiter. Zusätzliche rund 60 Betriebstage durch die Rückkehr der Winterevents sollen im Schlussquartal etwas Rückenwind geben.

Die Aktie schloss zuletzt bei 7,93 Dollar und hat in drei Monaten mehr als die Hälfte ihres Werts verloren. Die vorbörsliche Erholung auf etwa 8,35 Dollar zeigt, dass der Markt die Zahlen als weniger schlimm einstuft als befürchtet. Die Prognose für 2027 sieht rund 3,7 Millionen aktive Pässe zum Jahresstart vor, stabil bis leicht steigend gegenüber dem Vorjahr.

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