Six Flags Entertainment Aktie: Tödlicher Unfall belastet
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 15:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein tödlicher Unfall an einer Achterbahn trifft Six Flags in einer ohnehin schwierigen Phase. Die Aktie fiel heute auf ein neues Jahrestief von 10,44 Dollar und verlor zeitweise gut 12 Prozent.
Unglück in Georgia
Am Montagnachmittag kam es im Park Six Flags Over Georgia nahe Atlanta zu einem Zwischenfall an der Achterbahn Goliath. Eine Person starb, mehrere weitere wurden verletzt. Die Polizei des Countys leitet die Ermittlungen. Zur Todesursache und zum Hergang machten die Behörden zunächst keine Angaben.
Ein Unternehmenssprecher zeigte sich "tief betrübt". Der Park unterstütze betroffene Gäste und Mitarbeiter und arbeite vollständig mit den Behörden zusammen.
Schon nachbörslich gab die Aktie deutlich nach, um rund neun Prozent auf etwa 10,80 Dollar. Am Dienstag setzte sich der Abverkauf fort. Das Papier liegt damit rund 62 Prozent unter dem Hoch von 27,37 Dollar.
Rechtliche Altlasten und schwache Zahlen
Der Vorfall fällt in eine Phase juristischer Aufmerksamkeit. Im Vormonat kündigte Six Flags Magic Mountain in Kalifornien die Stilllegung der Achterbahn X2 an. Hintergrund sind Klagen wegen schwerer Hirnverletzungen. Einen Streit um den Tod eines 22-Jährigen aus dem Jahr 2022 legte das Unternehmen zuletzt per Vergleich bei. Vergangene Woche kamen drei weitere Klagen hinzu.
Operativ läuft es ebenfalls nicht rund. Im zweiten Quartal verfehlte der Konzern die Erwartungen: Der bereinigte Gewinn lag bei 0,34 Dollar je Aktie, erwartet worden waren 0,42 Dollar. Der Umsatz von 864,9 Millionen Dollar blieb deutlich unter den prognostizierten 935,2 Millionen. Besucherzahlen, Saisonkarten-Verkäufe und Parkergebnis hatten sich zwar verbessert, reichten aber nicht aus.
Die Analysten reagierten mit gesenkten Kurszielen:
- UBS: 27 statt 30 Dollar, Rating "Buy", wegen niedrigerem EBITDA und schwächerem August
- Citizens: 24 statt 29 Dollar, "Market Outperform"
- Mizuho: Abstufung auf "Underperform", Ziel 10 statt 28 Dollar, wegen der Kommunikation zu Anlagenverkäufen
Bewertung trotz Verlusten
Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie gut 44 Prozent verloren. Der Verlust je Aktie liegt auf Zwölfmonatssicht bei 17,29 Dollar, für das laufende Jahr rechnen Analysten nicht mit Profitabilität. Rechnerische Bewertungsmodelle stufen den Titel dennoch als unterbewertet ein. Ob der Markt diese Lücke schließt, hängt auch davon ab, was die Ermittlungen in Georgia ergeben und ob weitere Klagen folgen.
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