Singapore, Telecommunications

Singapore Telecommunications Aktie: 300 Millionen Dollar EBITDA bis 2028

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 04:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Singtel erweitert Nxera deutlich, meldet bessere Quartalswerte und erschließt mit Partnerschaften sowie Satellitendiensten weitere Geschäftsfelder.

Singtel baut KI-Infrastruktur aus und setzt neue Wachstumsziele
Abstrakte Darstellung moderner digitaler Infrastruktur und globaler Vernetzung in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Singapore Telecommunications transformiert sein Geschäftsmodell grundlegend hin zu einem Anbieter von spezialisierter Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Im Rahmen eines Investorentages am gestrigen Donnerstag präsentierte der Konzern detaillierte Pläne für seine Rechenzentrumssparte Nxera und den Bereich RE:AI.

Das Ziel ist klar definiert: Bis zum Geschäftsjahr 2028 soll die Sparte einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mehr als 300 Millionen US-Dollar erzielen. Das Unternehmen setzt dabei auf ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich etwa 20 Prozent bis zum Jahr 2030.

Massive Kapazitätserweiterung bei Nxera

Ein Kernpunkt der Strategie ist die massive Ausweitung der Kapazitäten für Rechenzentren. Von derzeit 62 Megawatt (MW) soll die Kapazität bis zum Geschäftsjahr 2027 auf rund 230 MW steigen. Davon entfallen etwa 120 MW auf Singapur und 110 MW auf die restliche Region.

In Singapur ist die verfügbare Kapazität bereits zu 98 Prozent kontrahiert, was die hohe Nachfrage unterstreicht. Die gesamte Projektpipeline von Nxera beläuft sich laut Unternehmensangaben auf über 460 MW.

Parallel dazu treibt das Unternehmen den Aufbau eines GPU-Clusters voran. Die erste Phase dieses Projekts mit einer Kapazität von 6 MW ist bereits vollständig kontrahiert. Singtel investiert hierfür rund 300 Millionen US-Dollar.

Medienberichten zufolge soll sich diese Investition bis zum Jahr 2030 amortisieren und danach einen jährlichen EBITDA-Beitrag von etwa 100 Millionen Singapur-Dollar leisten. Eine zweite Phase mit weiteren 6 MW Kapazität ist geplant, sobald die Vorab-Kontrahierung der ersten Phase die Marke von 80 Prozent überschreitet.

Strategischer Umbau zeigt finanzielle Erfolge

Die Neuausrichtung findet im Rahmen der "Singtel28"-Strategie statt, die auch eine effizientere Kapitalnutzung vorsieht. Das Unternehmen gab bekannt, dass bereits 6,8 Milliarden Singapur-Dollar aus einem geplanten Volumen von 9 Milliarden Singapur-Dollar durch Veräußerungen und Kapitalrecycling freigesetzt wurden.

Die Rentabilität des investierten Kapitals (ROI) liegt aktuell bei 11,1 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den jüngsten Geschäftszahlen wider: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg das operative Ergebnis (EBIT) um 10 Prozent, während die Gewinne der regionalen Beteiligungsgesellschaften nach Steuern um 16 Prozent zulegten.

Zudem expandiert Singtel international durch strategische Partnerschaften. Gemeinsam mit Hitachi wurde ein Joint Venture für den Standort Tokio gegründet, um dort die Präsenz im Bereich der Rechenzentren zu stärken. Über die Tochtergesellschaft Singtel Innov8 investierte der Konzern zudem am Donnerstag in das Unternehmen fileAI, das sich auf die Einführung von KI-Lösungen in Unternehmen spezialisiert hat.

Analystenlob und Marktentwicklung

Trotz des intensiven Preiskampfes auf dem heimischen Mobilfunkmarkt, der im zweiten Quartal 2026 zu einem Umsatzrückgang von 6 Prozent in diesem Segment führte, bewerten Marktexperten die Neuausrichtung positiv. Analysten stufen das Papier Medienberichten zufolge mit „Buy“ ein und rufen ein Kursziel von 5,20 Singapur-Dollar auf.

Die Aktie von Singapore Telecommunications schloss gestern im deutschen Handel bei 3,03 €. Damit notiert der Wert rund 1,0 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt, weist jedoch noch einen Abstand von -15 % zum 52-Wochen-Hoch auf.

Neben dem Ausbau der Infrastruktur sucht Singtel auch neue Erlösquellen im Satellitengeschäft. Am Mittwoch wurde ein Antrag in Indien eingereicht, um dort Satellitenbandbreite direkt an Anbieter von Pay-TV-Diensten (DTH) verkaufen zu dürfen. Dies wäre ein bedeutender Schritt, da solche Geschäfte in Indien bisher über staatliche Stellen abgewickelt werden mussten.

In Australien setzt die Tochtergesellschaft Optus derweil den Ausbau des 5G-Netzes fort und nahm am Mittwoch neue Standorte in der Region Port Macquarie in Betrieb.

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