Silber Preis: UBS hält an Kursziel 2027 fest
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deSilber geriet am Freitag im Sog des breiten Edelmetall-Abverkaufs unter Druck: Die Tagesveränderung betrug -6,3%. Reuters führte die Belastung auf höhere Energiepreise und anhaltende Inflationssorgen zurück. Diese stärkten die Erwartung länger hoher US-Zinsen. Zusätzlich könnten Zwangsverkäufe nach dem Ausverkauf bei Technologiewerten die Verluste verstärkt haben.
Damit treffen am Silbermarkt unterschiedliche Belastungen zusammen: der Zinsausblick und ein möglicher Liquiditätsbedarf anderer Marktteilnehmer. Diese Unterscheidung ist für Anleger wichtig. Verkäufe zur Deckung von Nachschussforderungen wären ein anderer Auslöser als eine verschlechterte Einschätzung der langfristigen Silbernachfrage.
Verkaufsdruck über Marktgrenzen hinweg
Commerzbank-Analysten erklärten Reuters am Freitag, der Tech-Abverkauf könne erzwungene Verkäufe sicherer Anlagen und Nachschussforderungen ausgelöst haben. Der Bericht verknüpfte die Schwäche der Technologiewerte mit Sorgen über die Rendite von KI-Investitionen. Solche Verkäufe könnten den Druck auf Edelmetalle zusätzlich verstärkt haben.
Dabei handelt es sich um eine mögliche Erklärung, nicht um einen bestätigten Nachweis für das Ausmaß einzelner Verkaufszwänge. Wie groß deren Anteil am Silberrückgang war, lässt sich daraus nicht bestimmen. Die Einschätzung erklärt jedoch, weshalb auch Anlagen außerhalb des Technologiesektors unter Druck geraten konnten.
Parallel belastete der geldpolitische Hintergrund. Zwei Mitglieder stimmten allerdings für eine sofortige Erhöhung. Reuters zufolge verstärkte der Beschluss die Zinssorgen am Edelmetallmarkt.
UBS-Ausblick setzt auf andere Treiber
Einen Gegenpol zur kurzfristigen Belastung bildet der mittelfristige Ausblick von UBS Global Wealth Management. UBS begründete die konstruktive Einschätzung mit der Nachfrage nach KI-Infrastruktur und strukturellen Angebotsdefiziten. Damit erscheint das KI-Thema in zwei unterschiedlichen Zusammenhängen: Kurzfristig belasteten Zweifel an Investitionsrenditen die Finanzmärkte. Mittelfristig verwies UBS auf die damit verbundene industrielle Nachfrage.
Für 2027 nannte Staunovo weitere Zielmarken: 75 US-Dollar bis zur Jahresmitte und 80 US-Dollar bis September. Das sind Prognosen, keine bereits erreichten Preise.
Nächste Termine betreffen den Zinsausblick
Am 4. November steht die erste Schätzung der Oktober-Inflation im Euroraum an. Für den 6. November ist der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober angesetzt. Beide Termine können die Zinserwartungen beeinflussen und sind deshalb für den Silbermarkt relevant.
Für Anleger stehen damit kurzfristig geldpolitische Erwartungen und möglicher liquiditätsbedingter Verkaufsdruck im Vordergrund. Der konstruktive UBS-Ausblick beruht dagegen auf längerfristigen Nachfrage- und Angebotsannahmen. Er ist kein Beleg dafür, dass der jüngste Abverkauf bereits beendet ist.
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