Silber Preis: UBS erwartet 80 Dollar bis 2027
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 08:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Silbermarkt bewegt sich in einem anhaltenden Spannungsfeld aus makroökonomischem Gegenwind und spezifischen Faktoren des physischen Marktes. Am Dienstag verzeichnete der COMEX-Front-Month-Kontrakt ein moderates Plus von 1,3 Prozent auf 61,84 US-Dollar je Feinunze.
Trotz dieser leichten Gegenbewegung steht seit Jahresanfang ein Minus von 12 Prozent zu Buche. Neben der Zinsentwicklung rücken nun wieder die Lagerbestände und die Lage der Verarbeiter in den Mittelpunkt.
Raffinerien im Rückstand und Bewegung in den Lagern
Auf der physischen Seite zeichnen sich operative Verzögerungen in der Verarbeitungskette ab. Josh Phair, Chef des Edelmetallunternehmens Scottsdale Mint, erklärte zu Wochenbeginn, dass Silberraffinerien je nach Material derzeit drei bis vier Monate im Rückstand seien. Zugleich betonte er, dass raffiniertes Fertigmetall innerhalb der Vereinigten Staaten weiterhin in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehe.
Parallel dazu verzeichnete die New Yorker Terminbörse COMEX Zuflüsse. Nach Angaben der Money Metals Exchange flossen zwischen dem 18. und 25. September rund 2,5 Millionen Feinunzen Silber in die dortigen Depots. Der registrierte Gesamtbestand belief sich zum 25. September auf 332,6 Millionen Feinunzen. Während die sofort lieferbaren Bestände um eine Million Unzen zurückgingen, stiegen die zweckgebundenen Bestände um 3,5 Millionen Unzen an.
Anleiherenditen belasten trotz optimistischer Bankprognosen
Gebremst wird das Edelmetall vor allem von den Entwicklungen an den Zins- und Devisenmärkten. Dies stützte den US-Dollar und erhöhte die Opportunitätskosten für das Halten des unverzinslichen Edelmetalls deutlich. Bereits zu Beginn der Woche hatte dieser Druck für deutliche Abgaben gesorgt.
Dennoch rechnen einige Marktbeobachter mittel- und langfristig mit höheren Notierungen. Dominic Schnider, Stratege bei der Schweizer Großbank UBS, bekräftigte am Dienstag seine positive Einschätzung für das Edelmetall. Die UBS erwartet für Dezember 2026 einen Silberpreis von 70 US-Dollar je Unze.
Für das Jahr 2027 stellt die Bank weitere Anstiege in Aussicht: 75 US-Dollar werden für März und Juni prognostiziert, gefolgt von 80 US-Dollar im September 2027. Schnider verwies auf die enge Kopplung an den Goldpreis sowie längerfristige fiskalische Sorgen als Stützen.
Zinsausblick hängt an kommenden Arbeitsmarktdaten
Zuletzt sorgten Signale aus der US-Geldpolitik für eine leichte Beruhigung. Zwar drückten Aussagen über eine weiterhin straffe Gangart auf die Stimmung, doch fielen die jüngsten US-Verbraucherpreisdaten schwächer als erwartet aus.
Zudem signalisierte John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, dass die Notenbank bei weiteren Zinsschritten keine Eile habe. Dies nahm den kurzfristigen Zinsängsten an den Terminmärkten etwas Schärfe.
Klarheit über die nächsten Schritte der Währungshüter erwarten Marktteilnehmer nun von makroökonomischen Leitdaten. Die Beschäftigungszahlen gelten als entscheidender Indikator für den künftigen Zinskurs der Fed und dürften über die kurzfristige Richtung von Dollar und Silberpreis mitentscheiden.
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